Ein Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie behandelt Erkrankungen der Lunge und der Atemwege: Asthma, COPD, Lungenentzündungen, Lungenfibrose, Schlafapnoe, Tuberkulose und Lungenkrebs. Zu den Patienten gehören Raucher mit chronischer Atemnot ebenso wie junge Asthmatiker, Menschen mit Schlafstörungen oder Patienten nach Covid-19. Neben Lungenfunktionsprüfung und Bronchoskopie gehört die Beatmungsmedizin zum Kern des Fachs, ebenso die Betreuung von Patienten mit Sauerstoff- oder Heimbeatmungstherapie.

In der Klinik arbeitest du auf pneumologischen Stationen, in der Endoskopie und auf Beatmungs- oder Weaning-Einheiten, mit Bereitschaftsdiensten, in denen akute Atemnot und Pneumonien im Vordergrund stehen. Lungenkrebsfälle werden in Tumorkonferenzen mit Thoraxchirurgen und Onkologen besprochen. In der Praxis bestimmen Lungenfunktion, Allergietests, Inhalationsschulung und das Schlaflabor den Tag; die Betreuung von COPD-Patienten ist langfristig und planbar.

  • Lungenfunktionsprüfung und Interpretation der Spirometrie
  • Bronchoskopie mit Biopsie und Lavage
  • Einstellung und Kontrolle nicht-invasiver Beatmung
  • Schlaflabor: Diagnostik und Therapie der Schlafapnoe
  • Inhalationstherapie bei Asthma und COPD optimieren
  • Diagnostik und Therapieplanung bei Lungenkrebs
  • Du interessierst dich für Physiologie von Atmung und Gasaustausch.
  • Du bist geschickt mit dem Endoskop und bleibst dabei ruhig.
  • Du bringst Geduld für chronisch kranke Patienten mit.
  • Du arbeitest gern an der Schnittstelle zu Intensiv- und Schlafmedizin.
  • Du hältst Nachtdienste mit akuter Atemnot als Leitsymptom aus.

Vorteile

  • Mischung aus Diagnostik, Endoskopie, Intensiv- und Schlafmedizin
  • Praxis mit Lungenfunktion und Schlaflabor ist wirtschaftlich attraktiv
  • Hoher Bedarf durch COPD, Schlafapnoe und Lungenkrebs, wenig Konkurrenz um Sitze

Herausforderungen

  • Sechs Jahre Weiterbildung inklusive internistischer Basis mit Diensten
  • Viele Patienten mit fortgeschrittener, nicht heilbarer Lungenerkrankung
  • Weaning und Beatmung bedeuten hohe Verantwortung auf der Intensivstation
  • Zusatz-Weiterbildung Schlafmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Allergologie
  • Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin

Die Pneumologie wächst mit der demografischen Entwicklung: COPD, Lungenkrebs und Schlafapnoe nehmen zu, gleichzeitig ist die Zahl der Pneumologen pro Einwohner in vielen Regionen gering. Lungenkrebs-Screening per Niedrigdosis-CT wird in Deutschland eingeführt und schafft zusätzlichen Bedarf an Bronchoskopien und Befundungen. KI-gestützte Auswertung von CT-Bildern und Lungenfunktionsdaten unterstützt die Diagnostik. Praxissitze mit Schlaflabor sind gefragt, die Nachfolgersuche in ländlichen Regionen läuft bereits.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Pneumologen?

Sechs Jahre: drei Jahre Innere Medizin und drei Jahre Pneumologie. Wer zusätzlich Schlafmedizin macht, hängt eine Zusatz-Weiterbildung an.

Ist die Pneumologie ein gefragtes Fach?

Ja, es gibt deutlich weniger Pneumologen als Kardiologen oder Gastroenterologen, bei steigender Patientenzahl. Weiterbildungsstellen an Lungenfachkliniken und Unikliniken sind gut erreichbar.

Kann ich mit Pneumologie in die Praxis gehen?

Ja, pneumologische Praxen mit Lungenfunktion, Allergologie und Schlaflabor sind etabliert. Viele Inhaber suchen in den nächsten Jahren Nachfolger.

Wie werde ich Pneumologe?

Nach dem Medizinstudium und der Approbation beginnst du die internistische Weiterbildung und spezialisierst dich anschließend auf Pneumologie. Das Studium ist auch NC-frei im EU-Ausland möglich; der Abschluss wird in Deutschland anerkannt.

Pneumologen verdienen in der Klinik leicht über dem internistischen Durchschnitt; die Praxis mit Lungenfunktion und Schlaflabor gilt als solide. Alle Werte sind Bruttojahreswerte.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TdL): ca. 65.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 104.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt / leitender Arzt: ca. 152.000 € brutto/Jahr
  • Pneumologische Praxis: Reinertrag je Inhaber ca. 220.000–300.000 € brutto/Jahr
  • 72 Monate: 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin plus 36 Monate Pneumologie
  • 6 Monate Intensivmedizin sind Pflicht, bis zu 24 Monate sind ambulant anrechenbar
  • Richtzahlen z. B. für Bronchoskopien, Pleurapunktionen, Lungenfunktionsprüfungen und Spiroergometrien
  • Inhalte zu Beatmungsmedizin, Schlafmedizin, Thoraxonkologie und Infektiologie der Lunge
  • Nachweis aller Eingriffe und Untersuchungen im eLogbuch

Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer über pneumologische und allgemein-internistische Fälle.