Als Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin stellst du Funktion und Teilhabe wieder her: nach Schlaganfall, Unfall, Gelenkersatz, bei chronischen Schmerzen oder rheumatischen Erkrankungen. Deine Werkzeuge sind Physiotherapie, Ergotherapie, Manuelle Medizin, Elektrotherapie, Hilfsmittelversorgung und Schmerztherapie, verordnet und gesteuert von dir. Du fragst nicht nur, was ein Patient hat, sondern was er wieder können soll: gehen, arbeiten, den Alltag selbstständig bewältigen. Dabei betreust du Patienten aller Altersgruppen von Kindern mit Zerebralparese bis zu Hochbetagten nach Oberschenkelhalsbruch.
Typischer Arbeitsplatz ist die Reha-Klinik oder die Reha-Abteilung eines Akutkrankenhauses: Visite, Teambesprechung mit Therapeuten, Psychologen und Sozialdienst, Therapieplanung, sozialmedizinische Beurteilung für Rentenversicherung und Berufsgenossenschaft. Dienste sind meist ruhige Bereitschaftsdienste. In der Praxis liegt der Schwerpunkt auf Schmerztherapie, Manueller Medizin und Physikalischer Therapie mit planbaren Zeiten.
Mit der alternden Bevölkerung steigt der Bedarf an Rehabilitation nach Schlaganfall, Gelenkersatz und Herzerkrankungen, während Reha-Kliniken über Ärztemangel klagen und Chefarztstellen oft unbesetzt bleiben. Politisch wird Reha vor Rente und Pflege gestärkt. Digitale Nachsorge, Tele-Reha und sensorgestützte Therapie erweitern das Fach, Robotik hilft in der Neurorehabilitation. Wer das Fach wählt, hat früh Leitungsverantwortung und eine sichere Position in Reha-Klinik oder Niederlassung.
Fünf Jahre nach dem Studium, davon ein Jahr in einem Akutfach wie Innere Medizin, Neurologie oder Orthopädie. Wer aus einem anderen Fach wechselt, kann Zeiten anrechnen lassen. Rund elf Jahre nach dem Abitur bist du Facharzt.
Nein, Reha-Kliniken suchen bundesweit Assistenzärzte und Fachärzte, oft mit übertariflichen Angeboten. Das Fach ist bei Berufsanfängern wenig bekannt, entsprechend gering ist die Konkurrenz. Auch Quereinsteiger aus anderen Fächern sind willkommen.
Nach dem Medizinstudium und der Approbation beginnst du die Weiterbildung, typischerweise mit dem Akutjahr und dann in einer Reha-Klinik. Das Studium ist auch NC-frei im EU-Ausland möglich, der Abschluss wird in Deutschland anerkannt. Vorerfahrung in Sport, Physiotherapie oder Pflege ist im Fach ein Pluspunkt.
Sehr gut: geregelte Arbeitszeiten, wenig Nachtarbeit, Teilzeit ohne Nachteile. Viele Reha-Kliniken liegen in landschaftlich schönen, aber ländlichen Regionen, was zur Lebensplanung passen muss.
Das Einkommen liegt unter der Akutmedizin, in Reha-Kliniken gelten oft Haustarife, dafür sind Leitungsstellen früh erreichbar.
Die Prüfung vor der Landesärztekammer ist ein Fachgespräch mit Fällen wie Schlaganfallreha, chronischem Rückenschmerz oder Amputation. Neben Therapieplanung werden sozialmedizinische Fragen zur Erwerbsfähigkeit geprüft.