Ein Facharzt für Pathologie untersucht Gewebe und Zellen, um Krankheiten sicher zu diagnostizieren. Jede Krebsdiagnose in Deutschland läuft über den Pathologen: Er beurteilt Biopsien und Operationspräparate unter dem Mikroskop, bestimmt Tumortyp, Ausbreitung und molekulare Marker und legt damit die Grundlage für die Therapie. Dazu kommen Schnellschnitte während laufender Operationen, Zytologie und Obduktionen. Patientenkontakt gibt es kaum, dafür engen Austausch mit Chirurgen, Onkologen und Radiologen in Tumorkonferenzen.
Der Arbeitstag findet am Mikroskop und zunehmend am Bildschirm statt: Zuschnitt der Präparate, Befundung, Tumorboards, molekulare Diagnostik. Nachtdienste gibt es nicht, Schnellschnitt-Bereitschaft tagsüber schon. Pathologen arbeiten in Uniinstituten, Krankenhausabteilungen oder niedergelassenen Gemeinschaftspraxen, die für viele Kliniken und Praxen befunden. Die Zeiten sind planbar, der Befunddruck bei hohen Fallzahlen ist real.
Mit der Alterung der Gesellschaft steigen die Krebsfälle, und jede Therapieentscheidung braucht einen pathologischen Befund mit immer mehr molekularen Markern. Gleichzeitig gehen viele Pathologen in den Ruhestand, weshalb Institute und Gemeinschaftspraxen dringend Nachwuchs suchen. Digitale Pathologie mit gescannten Schnitten ermöglicht Befundung von überall, und KI-Algorithmen unterstützen beim Zählen von Mitosen oder Erkennen von Metastasen. Wer Molekularpathologie beherrscht, ist besonders gefragt.
Sechs Jahre nach dem Medizinstudium, davon bis zu ein Jahr in benachbarten Fächern. Weil Institute große Fallzahlen haben, lassen sich die Richtzahlen meist in Regelzeit erfüllen.
Nahezu keinen. Der Austausch findet mit Klinikern in Tumorkonferenzen und am Telefon statt. Wer Medizin ohne Sprechstunde und ohne Nachtdienste sucht, findet hier ein planbares, diagnostisch anspruchsvolles Fach.
Ja, pathologische Gemeinschaftspraxen und Institute sind verbreitet und befunden für viele Einsender. Der Einstieg als Partner ist wegen des hohen Fallvolumens wirtschaftlich attraktiv, erfordert aber oft eine Zusatzqualifikation in Molekularpathologie.
Der Weg führt über das Medizinstudium und die Approbation. Wer in Deutschland keinen Platz bekommt, kann NC-frei im EU-Ausland studieren; der Abschluss ist EU-weit anerkannt und ermöglicht die pathologische Weiterbildung in Deutschland.
In der Klinik werden Pathologen nach Tarif bezahlt; wirtschaftlich attraktiv ist die Niederlassung in einer pathologischen Gemeinschaftspraxis mit hohem Befundvolumen.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer, das auch die Befundung histologischer Präparate einschließen kann.