Ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin betreut Patienten von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr. Das reicht von der Erstversorgung im Kreißsaal über Infekte, Asthma, Wachstumsstörungen und Diabetes bis zu Krebs- und Herzerkrankungen im Kindesalter. Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Entwicklungsdiagnostik nehmen einen großen Raum ein. Du behandelst nie nur das Kind, sondern immer auch die Eltern, die Ängste haben und Erklärungen brauchen.
In der Klinik wechseln sich Station, Notaufnahme, Neonatologie und Kinderintensivstation ab; Nachtdienste sind häufig, vor allem in der Infektsaison. In der Praxis bestimmen Sprechstunde, Vorsorgen, Impfungen und akute Infekte den Tag, mit gut planbaren Zeiten. Pädiater arbeiten eng mit Hebammen, Kinderkrankenpflege, Sozialpädiatrie und Schulen zusammen. Kinderarztpraxen werden vor allem auf dem Land dringend gesucht.
Kinderärzte sind bundesweit knapp: In vielen Landkreisen nehmen Praxen keine neuen Patienten auf, und Kinderkliniken schließen Betten aus Personalmangel. Wer sich niederlässt oder eine Praxis übernimmt, hat volle Wartezimmer vom ersten Tag an. Die Vergütung ambulanter Kinder- und Jugendmedizin wurde zuletzt gestärkt. Telemedizinische Sprechstunden, digitale Vorsorgehefte und KI-gestützte Entwicklungsdiagnostik entlasten den Alltag. Für Klinikärzte bieten Schwerpunkte wie Neonatologie und Kinderonkologie sichere Karrierewege.
Mindestens fünf Jahre nach dem Medizinstudium, inklusive sechs Monaten Intensivmedizin bei Neugeborenen oder Kindern. Bis zu ein Jahr kannst du in einer Kinderarztpraxis absolvieren.
Als angestellter Facharzt liegst du bei rund 95.000 € brutto im Jahr, als Oberarzt bei etwa 135.000 €. In der eigenen Praxis sind Reinerträge zwischen 180.000 und 240.000 € realistisch, abhängig von Patientenzahl und Region.
Nein, Kinderkliniken suchen fast überall Assistenzärzte. Enger wird es an Unikliniken mit begehrten Schwerpunkten wie Kinderonkologie. Wer flexibel beim Ort ist, findet sofort eine Stelle.
Der Facharztweg beginnt mit dem Medizinstudium und der Approbation. Beides ist auch über ein NC-freies Studium im EU-Ausland erreichbar, dessen Abschluss in Deutschland anerkannt wird. Danach steht dir die Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin offen.
Die Pädiatrie liegt tariflich im Mittelfeld; die Praxis ist wirtschaftlich solide, aber weniger ertragreich als technikintensive Fächer.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer, das erst nach Anerkennung aller Zeiten und Richtzahlen abgelegt werden kann.