Ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie behandelt Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats: Arthrose in Hüfte und Knie, Bandscheibenvorfälle, Sportverletzungen wie Kreuzband- und Meniskusrisse, Knochenbrüche nach Stürzen und Unfällen sowie Fehlstellungen bei Kindern. Das Spektrum reicht von der Physiotherapie-Verordnung über Injektionen bis zur Endoprothese. Patienten sind alle Altersgruppen, vom Säugling mit Hüftdysplasie bis zum Hochbetagten mit Oberschenkelhalsbruch.
In der Klinik dominieren OP-Programm, Schockraum und Notaufnahme; Unfälle sorgen für Nacht- und Wochenenddienste. Du arbeitest eng mit Anästhesie, Physiotherapie und Radiologie zusammen. In der Praxis liegt der Schwerpunkt auf konservativer Behandlung, Sonographie, Röntgen und kleinen Eingriffen, teils mit Belegbetten. Orthopädische Praxen gehören zu den umsatzstärksten Niederlassungen mit gut planbaren Zeiten und vielen Selbstzahlerangeboten.
Die alternde Bevölkerung sorgt für stetig steigende Zahlen an Endoprothesen und Osteoporose-Frakturen, gleichzeitig treiben Freizeitsport und aktive Senioren die Nachfrage nach konservativer Orthopädie. Viele niedergelassene Orthopäden stehen vor dem Ruhestand, Praxisübernahmen sind daher gut möglich. Roboterassistierte Endoprothetik, 3D-geplante Implantate und KI-gestützte Röntgenbefundung werden Standard. Ambulantes Operieren verlagert viele Eingriffe aus der Klinik in OP-Zentren und eröffnet neue Kooperationsmodelle für Praxen.
Mindestens sechs Jahre nach dem Studium: zwei Jahre Common Trunk Chirurgie und vier Jahre im Fach. Wer den OP-Katalog an einem kleineren Haus füllen muss, braucht oft ein Jahr länger.
Orthopädische Praxen gehören mit Reinerträgen von rund 250.000 bis 350.000 € je Inhaber zu den umsatzstärksten Fachrichtungen. Selbstzahlerleistungen wie Stoßwellentherapie oder Sportmedizin können den Ertrag weiter erhöhen.
An Unikliniken und großen Unfallzentren ist die Konkurrenz spürbar, in Regelversorgern und ländlichen Häusern findest du meist schnell eine Stelle. Praktische Erfahrung im PJ oder als Famulant in der Chirurgie ist der beste Türöffner.
Ja. Das Medizinstudium ist auch NC-frei im EU-Ausland möglich, der Abschluss wird in Deutschland anerkannt und du erhältst die Approbation. Die Facharztweiterbildung läuft danach exakt so wie für Absolventen deutscher Universitäten.
Orthopäden und Unfallchirurgen verdienen in der Klinik über Dienste solide; die eigene Praxis zählt zu den ertragsstärksten Facharztpraxen in Deutschland.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer, für das die Richtzahlen vollständig belegt sein müssen.