Ein Facharzt für Nuklearmedizin nutzt schwach radioaktive Substanzen, um Funktionen von Organen sichtbar zu machen und Erkrankungen zu behandeln. Diagnostisch stehen PET/CT bei Krebs, Herz-, Skelett- und Schilddrüsenszintigraphie sowie Untersuchungen des Gehirns bei Demenz und Parkinson im Mittelpunkt. Therapeutisch behandelt der Nuklearmediziner Schilddrüsenerkrankungen mit Radiojod und Prostatakrebs oder neuroendokrine Tumoren mit Radioligandentherapie, die den Tumor gezielt von innen bestrahlt.
Der Alltag ist geprägt von Befundung am Monitor, Patientengesprächen, Schilddrüsensprechstunde und Therapiestation, auf der Patienten wegen der Strahlung einige Tage isoliert bleiben. Nachtdienste sind die Ausnahme, Arbeitszeiten sind planbar. Nuklearmediziner arbeiten in Kliniken, an Universitäten mit Forschung zu neuen Tracern oder in Praxen, wo Schilddrüsendiagnostik und Szintigraphie den Schwerpunkt bilden. Physiker, MTR und Radiochemiker gehören zum Team.
Die Nuklearmedizin wächst durch die Theranostik: Diagnostik und Therapie mit demselben Molekül, etwa PSMA bei Prostatakrebs oder Somatostatinrezeptoren bei neuroendokrinen Tumoren. Neue Radioligandentherapien sind zugelassen, weitere befinden sich in Studien, und PET/CT ist in der Krebsdiagnostik Standard geworden. KI unterstützt Bildrekonstruktion und Quantifizierung. Da es nur wenige hundert Nuklearmediziner gibt, sind Facharztstellen und Praxissitze gut erreichbar, Kliniken und Praxen suchen aktiv Nachwuchs.
Fünf Jahre, davon lassen sich bis zu zwölf Monate aus Radiologie oder Innerer Medizin anrechnen. Die Strahlenschutz-Fachkunde wird parallel erworben.
Bei Einhaltung der Strahlenschutzregeln ist die berufliche Dosis gering und wird laufend per Dosimeter überwacht. Die gesetzlichen Grenzwerte werden im Alltag deutlich unterschritten.
Ja, nuklearmedizinische Praxen mit Schilddrüsendiagnostik und Szintigraphie sind etabliert und ertragreich. Der Einstieg erfolgt oft als Partner, weil die Geräte teuer sind.
Nach Medizinstudium und Approbation bewirbst du dich auf eine Weiterbildungsstelle an einer nuklearmedizinischen Klinik. Das Studium ist auch NC-frei im EU-Ausland möglich, der Abschluss wird in Deutschland anerkannt.
Nuklearmediziner verdienen in der Klinik überdurchschnittlich, weil das Fach klein und die Geräteleistungen hoch bewertet sind. In der Praxis zählen sie zu den einkommensstarken Fachgruppen.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer; geprüft werden Befundung, Therapieindikationen und Strahlenschutz.