Ein Facharzt für Neurologie diagnostiziert und behandelt Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln. Typische Krankheitsbilder sind Schlaganfall, Epilepsie, Multiple Sklerose, Parkinson, Demenz, Migräne, Polyneuropathien und Muskelerkrankungen. Der Neurologe arbeitet mit einer präzisen klinischen Untersuchung, ergänzt durch EEG, Elektroneurographie, Ultraschall der Hirngefäße, Liquordiagnostik und MRT. Mit Reflexhammer und Stimmgabel ortet er, wo im Nervensystem die Störung sitzt.
In der Klinik bist du auf der Stroke Unit, der Normalstation und in der Notaufnahme tätig; Bereitschaftsdienste drehen sich häufig um Schlaganfälle mit Zeitfenster für Thrombolyse. Die Zusammenarbeit mit Neuroradiologie, Neurochirurgie und Rehabilitation ist eng. In der Praxis überwiegen chronische Erkrankungen wie MS, Parkinson und Epilepsie sowie elektrophysiologische Diagnostik; der Tag ist planbar und sprechstundenorientiert.
Die Neurologie gehört zu den Fächern mit dem stärksten Bedarfszuwachs: Demenz, Schlaganfall und Parkinson nehmen mit dem Alter der Bevölkerung deutlich zu. Neue Antikörpertherapien bei Alzheimer, MS und Migräne erweitern das Spektrum und erfordern Spezialsprechstunden. Telemedizinische Schlaganfallnetzwerke und KI-gestützte Bildauswertung bei Thrombektomie-Entscheidungen sind bereits Praxis. Neurologische Praxissitze sind gefragt, viele Inhaber suchen Nachfolger, und Kliniken bauen Stroke Units und neurologische Frührehabilitation aus.
Mindestens fünf Jahre, inklusive eines Jahres Psychiatrie. Schwerpunkte wie Neurointensivmedizin oder Schmerztherapie kommen als Zusatz-Weiterbildungen dazu.
Gut, denn neurologische Abteilungen und Stroke Units wachsen. Die Neurologie ist beliebt, aber deutlich weniger umkämpft als operative Fächer.
Ja, neurologische Praxen sind gefragt, oft in Kombination mit Psychiatrie. EEG, EMG und Ultraschall lassen sich ambulant gut abrechnen.
Nach dem Medizinstudium und der Approbation beginnst du die Weiterbildung in einer neurologischen Klinik. Das Studium lässt sich auch NC-frei im EU-Ausland absolvieren; der Abschluss wird EU-weit anerkannt und führt zur Approbation in Deutschland.
Neurologen verdienen in der Klinik nach Tarif, in der Praxis liegt der Reinertrag durch abrechenbare Diagnostik im guten Mittelfeld. Alle Angaben sind Bruttojahreswerte.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer über neurologische Fallbeispiele von der Notfalldiagnostik bis zur chronischen Therapie.