Als Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie behandelst du Erkrankungen der Niere und alles, was mit ihr zusammenhängt: Bluthochdruck, Elektrolytstörungen, Glomerulonephritiden, diabetische Nierenschäden und das chronische Nierenversagen bis zur Dialyse. Du betreust Patienten vor und nach einer Nierentransplantation und steuerst die Immunsuppression. Viele Patienten begleitest du über Jahre, oft dreimal pro Woche an der Dialyse.
In der Klinik bist du auf der Station, im Dialysezentrum und häufig auf der Intensivstation, wo Nierenersatzverfahren bei Schwerkranken laufen. Konsile aus allen Abteilungen sind Alltag, weil fast jede schwere Erkrankung die Niere trifft. In der Praxis oder im Dialysezentrum bestimmen Dialyseschichten, Shunt-Kontrollen und Sprechstunden für chronisch Nierenkranke den Tag. Du arbeitest eng mit Pflegekräften, Gefäßchirurgen und Transplantationszentren zusammen.
Diabetes, Bluthochdruck und eine alternde Bevölkerung lassen die Zahl chronisch Nierenkranker steigen, während viele Dialyseärzte in den Ruhestand gehen. Nephrologen sind daher in Kliniken und Zentren stark nachgefragt. Neue Medikamente wie SGLT2-Hemmer verändern die Therapie und verzögern die Dialysepflicht, was das Fach breiter macht. Heimdialyse und Telemonitoring gewinnen an Bedeutung, KI hilft bei der Verlaufsprognose. Große Dialyseketten übernehmen viele Praxen, was Anstellung und Niederlassung gleichermaßen ermöglicht.
Sechs Jahre: drei Jahre Innere Medizin als Basis, danach drei Jahre Nephrologie mit Dialyse und Transplantationsnachsorge. Viele erwerben zusätzlich die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin. Mit Studium bist du gut zwölf Jahre nach dem Abitur Facharzt.
Als Oberarzt in der Klinik rund 168.000 € brutto/Jahr, als Inhaber einer Dialysepraxis deutlich mehr. Dialyse wird pauschal vergütet und läuft planbar, deshalb sind Dialysepraxen wirtschaftlich stabil. Der Einstieg erfolgt meist als angestellter Arzt und später als Partner.
Die Basisweiterbildung Innere Medizin ist problemlos verfügbar, nephrologische Schwerpunktstellen gibt es an fast jedem größeren Haus. Das Fach ist bei Berufsanfängern eher unterschätzt, was die Chancen verbessert. Der Zugang steht dir mit deutscher Approbation offen, auch wenn du NC-frei im EU-Ausland studiert hast.
In der Klinik mit Intensivstation und Diensten fordernd, im Dialysezentrum planbarer: Schichten sind lange im Voraus festgelegt, Nachtdialyse ist die Ausnahme. Teilzeit ist im ambulanten Bereich gut möglich.
Nephrologie liegt in der Klinik im oberen internistischen Bereich, die Dialyseniederlassung zählt zu den lukrativsten Praxisformen.
Die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer umfasst Innere Medizin und Nephrologie. Typische Prüfungsfälle sind akutes Nierenversagen, Hyperkaliämie, Glomerulonephritis und Komplikationen an der Dialyse.