Als Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie behandelst du Erkrankungen der Niere und alles, was mit ihr zusammenhängt: Bluthochdruck, Elektrolytstörungen, Glomerulonephritiden, diabetische Nierenschäden und das chronische Nierenversagen bis zur Dialyse. Du betreust Patienten vor und nach einer Nierentransplantation und steuerst die Immunsuppression. Viele Patienten begleitest du über Jahre, oft dreimal pro Woche an der Dialyse.

In der Klinik bist du auf der Station, im Dialysezentrum und häufig auf der Intensivstation, wo Nierenersatzverfahren bei Schwerkranken laufen. Konsile aus allen Abteilungen sind Alltag, weil fast jede schwere Erkrankung die Niere trifft. In der Praxis oder im Dialysezentrum bestimmen Dialyseschichten, Shunt-Kontrollen und Sprechstunden für chronisch Nierenkranke den Tag. Du arbeitest eng mit Pflegekräften, Gefäßchirurgen und Transplantationszentren zusammen.

  • Hämodialyse und Peritonealdialyse einleiten und steuern
  • Chronische Niereninsuffizienz verlangsamen und Komplikationen behandeln
  • Schwer einstellbaren Bluthochdruck therapieren
  • Nierenbiopsien durchführen und mit Pathologen auswerten
  • Transplantierte Patienten nachsorgen und Immunsuppression anpassen
  • Akutes Nierenversagen auf der Intensivstation behandeln
  • Du magst Physiologie und rechnest gern mit Elektrolyten und Säure-Basen-Werten.
  • Du hältst lange Beziehungen zu chronisch Kranken aus, auch wenn Heilung nicht möglich ist.
  • Du arbeitest strukturiert und behältst Laborwerte und Medikamentenpläne im Blick.
  • Du willst Intensivmedizin nicht komplett hinter dir lassen.
  • Du suchst ein Fach mit sicherer wirtschaftlicher Perspektive.

Vorteile

  • Dialysepraxen gehören zu den einkommensstärksten Niederlassungen
  • Intellektuell anspruchsvolles Fach mit viel Physiologie
  • Geringe Konkurrenz, Nephrologen werden fast überall gesucht

Herausforderungen

  • Viele multimorbide Patienten mit schlechter Prognose
  • Dialysebetrieb läuft sieben Tage die Woche, auch feiertags
  • Weniger handwerkliche Eingriffe als in Gastro oder Kardiologie
  • Intensivmedizin
  • Transplantationsmedizin
  • Notfallmedizin
  • Infektiologie
  • Palliativmedizin
  • Geriatrie

Diabetes, Bluthochdruck und eine alternde Bevölkerung lassen die Zahl chronisch Nierenkranker steigen, während viele Dialyseärzte in den Ruhestand gehen. Nephrologen sind daher in Kliniken und Zentren stark nachgefragt. Neue Medikamente wie SGLT2-Hemmer verändern die Therapie und verzögern die Dialysepflicht, was das Fach breiter macht. Heimdialyse und Telemonitoring gewinnen an Bedeutung, KI hilft bei der Verlaufsprognose. Große Dialyseketten übernehmen viele Praxen, was Anstellung und Niederlassung gleichermaßen ermöglicht.

Wie lange dauert die Weiterbildung Nephrologie?

Sechs Jahre: drei Jahre Innere Medizin als Basis, danach drei Jahre Nephrologie mit Dialyse und Transplantationsnachsorge. Viele erwerben zusätzlich die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin. Mit Studium bist du gut zwölf Jahre nach dem Abitur Facharzt.

Wie viel verdient ein Nephrologe?

Als Oberarzt in der Klinik rund 168.000 € brutto/Jahr, als Inhaber einer Dialysepraxis deutlich mehr. Dialyse wird pauschal vergütet und läuft planbar, deshalb sind Dialysepraxen wirtschaftlich stabil. Der Einstieg erfolgt meist als angestellter Arzt und später als Partner.

Ist Nephrologie schwer zu bekommen?

Die Basisweiterbildung Innere Medizin ist problemlos verfügbar, nephrologische Schwerpunktstellen gibt es an fast jedem größeren Haus. Das Fach ist bei Berufsanfängern eher unterschätzt, was die Chancen verbessert. Der Zugang steht dir mit deutscher Approbation offen, auch wenn du NC-frei im EU-Ausland studiert hast.

Wie ist die Work-Life-Balance?

In der Klinik mit Intensivstation und Diensten fordernd, im Dialysezentrum planbarer: Schichten sind lange im Voraus festgelegt, Nachtdialyse ist die Ausnahme. Teilzeit ist im ambulanten Bereich gut möglich.

Nephrologie liegt in der Klinik im oberen internistischen Bereich, die Dialyseniederlassung zählt zu den lukrativsten Praxisformen.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA, TdL): ca. 68.000 € brutto/Jahr mit Diensten
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 110.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt oder leitender Arzt: ca. 168.000 € brutto/Jahr
  • Nephrologische Praxis mit Dialyse: Reinertrag je Inhaber realistisch ca. 300.000 bis 400.000 € vor Steuern, bei angestellten Dialyseärzten in Ketten meist 130.000 bis 180.000 €
  • 72 Monate nach MWBO 2018: 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin plus 36 Monate Nephrologie
  • Mindestens 6 Monate Intensivmedizin und 6 Monate Notaufnahme in der Basisweiterbildung
  • Nachweis von Hämodialyse- und Peritonealdialysebehandlungen sowie extrakorporalen Verfahren, jeweils mit Richtzahlen
  • Richtzahlen für Nierenbiopsien, Shunt-Sonographien und die Betreuung transplantierter Patienten
  • Dokumentation im eLogbuch, strukturierte Weiterbildungsgespräche

Die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer umfasst Innere Medizin und Nephrologie. Typische Prüfungsfälle sind akutes Nierenversagen, Hyperkaliämie, Glomerulonephritis und Komplikationen an der Dialyse.