Ein Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie diagnostiziert und behandelt Erkrankungen des Herzens und der herznahen Gefäße. Typische Patienten haben eine koronare Herzkrankheit, einen Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler oder Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Du arbeitest mit Echokardiographie, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG, im Herzkatheterlabor eröffnest du verschlossene Gefäße mit Stents, implantierst Schrittmacher und Defibrillatoren oder verödest Rhythmusstörungen per Ablation.
In der Klinik wechseln sich Stationsarbeit, Funktionsdiagnostik, Katheterlabor und Chest-Pain-Unit ab. Herzinfarkte kommen rund um die Uhr, deshalb gehören Rufbereitschaft und Nachtdienste zum Alltag, besonders in Häusern mit 24-Stunden-Katheterbereitschaft. Du arbeitest eng mit Herzchirurgen, Intensivmedizinern und Kardiotechnikern zusammen. In der Praxis liegt der Schwerpunkt auf nicht-invasiver Diagnostik, Nachsorge und Risikofaktor-Management, mit geregelten Zeiten und ohne Nachtdienste, dafür mit hohem Patientenaufkommen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben die häufigste Todesursache in Deutschland, und mit der alternden Bevölkerung nehmen Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern weiter zu. Kardiologen werden in Kliniken und Praxen entsprechend gesucht. Kathetergestützte Klappenverfahren wie TAVI verschieben immer mehr Eingriffe von der Chirurgie in die Kardiologie. KI-gestützte EKG- und Echo-Auswertung, Wearables und Telemonitoring bei Herzinsuffizienz erweitern das Fach. Eine kardiologische Praxis mit Echo und Belastungsdiagnostik zählt zu den wirtschaftlich stärksten Niederlassungen.
Nach dem Medizinstudium folgen mindestens sechs Jahre Weiterbildung: drei Jahre Innere Medizin und drei Jahre Kardiologie. Wer zusätzlich interventionell oder rhythmologisch arbeiten will, hängt in der Praxis oft ein bis zwei Jahre Spezialisierung an.
Als angestellter Facharzt liegst du bei rund 122.000 € brutto im Jahr, als Oberarzt bei etwa 188.000 €. Niedergelassene Kardiologen erzielen mit Funktionsdiagnostik Reinerträge, die deutlich über dem Durchschnitt der Facharztpraxen liegen.
Ja, die Nachfrage nach Weiterbildungsstellen ist hoch, vor allem an Herzzentren mit Katheterlabor. Eine Promotion, Famulaturen und ein PJ-Tertial in der Kardiologie verbessern deine Chancen deutlich. Der Einstieg über die Basisweiterbildung Innere Medizin ist dagegen leicht.
Nein. Entscheidend ist die Approbation, nicht der Studienort. Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland führt zu einem in Deutschland anerkannten Abschluss, mit dem du die Weiterbildung zum Kardiologen wie jeder andere Arzt beginnen kannst.
Kardiologen verdienen dank Interventionen und Bereitschaftsdiensten überdurchschnittlich; in der Klinik kommen Dienstzuschläge hinzu, in der Praxis hohe Umsätze aus Funktionsdiagnostik.
Die Facharztprüfung findet als mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer statt; die vollständigen Richtzahlen sind Voraussetzung für die Zulassung.