Ein Facharzt für Innere Medizin behandelt Erkrankungen der inneren Organe: Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Nieren, Stoffwechsel, Blut und Immunsystem. Typische Patienten sind Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz, Infektionen, Lungenerkrankungen oder unklaren Beschwerden, die zunächst eingeordnet werden müssen. Der Internist ist der Generalist unter den Organspezialisten: Er denkt in Zusammenhängen, kombiniert Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor und Ultraschall und stellt daraus eine Diagnose.
In der Klinik arbeitest du auf Normalstation, in der Notaufnahme und auf der Intensivstation, mit Visiten, Aufnahmen, Sonographie und Bereitschaftsdiensten auch nachts und am Wochenende. In der Praxis übernimmst du als hausärztlich tätiger Internist die Langzeitbetreuung chronisch Kranker, Vorsorge und Koordination mit anderen Fachärzten. Die Zusammenarbeit mit Pflege, Physiotherapie und Sozialdienst ist eng, da viele Patienten multimorbid und älter sind.
Die Innere Medizin ist das größte klinische Fach und wird mit der alternden Bevölkerung weiter wachsen: Herzinsuffizienz, Diabetes und Multimorbidität nehmen zu. Viele hausärztlich tätige Internisten gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, sodass Praxissitze vor allem außerhalb der Großstädte frei werden. Digital verändern sich Dokumentation, Telemonitoring und KI-gestützte Befundung von EKG und Labor, die Entscheidung am Patienten bleibt beim Arzt. Die Weiterbildungsstellen sind bundesweit zahlreich.
Die Weiterbildung dauert mindestens 60 Monate in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger. Wer anschließend einen Schwerpunkt wie Kardiologie oder Gastroenterologie anstrebt, braucht insgesamt 72 Monate.
Nein, Innere Medizin gehört zu den Fächern mit den meisten Weiterbildungsstellen in Deutschland. Fast jedes Krankenhaus hat eine innere Abteilung, und die Nachfrage nach Assistenzärzten ist hoch.
Ja, entweder als hausärztlich tätiger Internist oder in einer fachärztlichen internistischen Praxis. Hausärztliche Sitze sind in vielen Regionen frei, fachärztliche Sitze unterliegen der Bedarfsplanung.
Der Facharzt setzt ein abgeschlossenes Medizinstudium und die Approbation voraus. Neben dem Studium in Deutschland ist auch ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland möglich, dessen Abschluss EU-weit anerkannt wird und zur Approbation in Deutschland führt. Danach steht dir die Weiterbildung Innere Medizin genauso offen.
Als Internist verdienst du nach Tarif, in der Praxis hängt das Einkommen von Fallzahlen und Leistungsspektrum ab. Die Werte sind Bruttojahreswerte mit Dienstzuschlägen.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor einem Ausschuss der Landesärztekammer, in dem Fälle aus dem gesamten internistischen Spektrum besprochen werden.