Ein Facharzt für Innere Medizin behandelt Erkrankungen der inneren Organe: Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Nieren, Stoffwechsel, Blut und Immunsystem. Typische Patienten sind Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz, Infektionen, Lungenerkrankungen oder unklaren Beschwerden, die zunächst eingeordnet werden müssen. Der Internist ist der Generalist unter den Organspezialisten: Er denkt in Zusammenhängen, kombiniert Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor und Ultraschall und stellt daraus eine Diagnose.

In der Klinik arbeitest du auf Normalstation, in der Notaufnahme und auf der Intensivstation, mit Visiten, Aufnahmen, Sonographie und Bereitschaftsdiensten auch nachts und am Wochenende. In der Praxis übernimmst du als hausärztlich tätiger Internist die Langzeitbetreuung chronisch Kranker, Vorsorge und Koordination mit anderen Fachärzten. Die Zusammenarbeit mit Pflege, Physiotherapie und Sozialdienst ist eng, da viele Patienten multimorbid und älter sind.

  • Anamnese und körperliche Untersuchung bei unklaren Beschwerden
  • Sonographie von Abdomen, Schilddrüse und Gefäßen
  • Einstellung von Blutdruck, Diabetes und Herzinsuffizienz
  • Notaufnahme: Akutdiagnostik und Erstversorgung
  • Stationsvisite, Therapieplanung und Entlassmanagement
  • Langzeitbetreuung chronisch kranker Patienten in der Praxis
  • Du denkst gern in Zusammenhängen und magst diagnostische Rätsel.
  • Du behältst bei mehreren Diagnosen gleichzeitig den Überblick.
  • Du kommunizierst geduldig mit älteren und chronisch kranken Patienten.
  • Du hältst Schichtdienste und volle Notaufnahmen über Jahre durch.
  • Du lernst ständig weiter, weil sich Leitlinien laufend ändern.

Vorteile

  • Breitestes Fach: Wechsel in Klinik, Praxis oder Spezialisierung bleibt lange offen
  • Hoher Bedarf, sehr gute Chancen auf Weiterbildungsstellen und Niederlassung
  • Solides Facharztgehalt, in der Praxis als hausärztlicher Internist gute Reinerträge

Herausforderungen

  • Nacht- und Wochenenddienste in der Klinik über die gesamte Weiterbildung
  • Hohe Patientenzahlen und viel Dokumentation pro Schicht
  • Multimorbide Patienten bedeuten komplexe Entscheidungen unter Zeitdruck
  • Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Geriatrie
  • Zusatz-Weiterbildung Diabetologie
  • Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Infektiologie

Die Innere Medizin ist das größte klinische Fach und wird mit der alternden Bevölkerung weiter wachsen: Herzinsuffizienz, Diabetes und Multimorbidität nehmen zu. Viele hausärztlich tätige Internisten gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, sodass Praxissitze vor allem außerhalb der Großstädte frei werden. Digital verändern sich Dokumentation, Telemonitoring und KI-gestützte Befundung von EKG und Labor, die Entscheidung am Patienten bleibt beim Arzt. Die Weiterbildungsstellen sind bundesweit zahlreich.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Internisten?

Die Weiterbildung dauert mindestens 60 Monate in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger. Wer anschließend einen Schwerpunkt wie Kardiologie oder Gastroenterologie anstrebt, braucht insgesamt 72 Monate.

Ist es schwer, eine Weiterbildungsstelle zu bekommen?

Nein, Innere Medizin gehört zu den Fächern mit den meisten Weiterbildungsstellen in Deutschland. Fast jedes Krankenhaus hat eine innere Abteilung, und die Nachfrage nach Assistenzärzten ist hoch.

Kann ich als Internist eine eigene Praxis eröffnen?

Ja, entweder als hausärztlich tätiger Internist oder in einer fachärztlichen internistischen Praxis. Hausärztliche Sitze sind in vielen Regionen frei, fachärztliche Sitze unterliegen der Bedarfsplanung.

Wie werde ich Internist, wenn mein Abitur nicht für Medizin reicht?

Der Facharzt setzt ein abgeschlossenes Medizinstudium und die Approbation voraus. Neben dem Studium in Deutschland ist auch ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland möglich, dessen Abschluss EU-weit anerkannt wird und zur Approbation in Deutschland führt. Danach steht dir die Weiterbildung Innere Medizin genauso offen.

Als Internist verdienst du nach Tarif, in der Praxis hängt das Einkommen von Fallzahlen und Leistungsspektrum ab. Die Werte sind Bruttojahreswerte mit Dienstzuschlägen.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TdL): ca. 65.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 102.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt / leitender Arzt: ca. 150.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung als hausärztlicher Internist: Reinertrag je Inhaber ca. 180.000–250.000 € brutto/Jahr
  • 60 Monate Weiterbildung, davon mindestens 30 Monate stationäre internistische Patientenversorgung
  • 6 Monate Intensivmedizin und 6 Monate Notaufnahme sind Pflichtabschnitte
  • Bis zu 24 Monate können im ambulanten Bereich (Praxis, MVZ) absolviert werden
  • Richtzahlen z. B. für Sonographien von Abdomen, Schilddrüse und Gefäßen, Punktionen und EKG-Befundungen
  • Alle Inhalte werden im eLogbuch der Ärztekammer dokumentiert und vom Weiterbilder bestätigt

Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor einem Ausschuss der Landesärztekammer, in dem Fälle aus dem gesamten internistischen Spektrum besprochen werden.