Ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde behandelt Erkrankungen von Ohr, Nase, Nasennebenhöhlen, Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Speicheldrüsen und Hals. Zu seinen Patienten gehören Kinder mit Mittelohrentzündungen und Polypen, Erwachsene mit Schwerhörigkeit, Tinnitus, Schwindel, chronischer Sinusitis, Schlafapnoe oder Allergien sowie Tumorpatienten mit Kehlkopf- oder Mundhöhlenkrebs. Das Fach vereint Hördiagnostik, Endoskopie, Allergologie und Chirurgie in einem Gebiet.

In der Klinik wechseln OP-Tage mit Nasennebenhöhlen-, Ohr- und Tumoroperationen, Visite, Ambulanz und Dienste mit Notfällen wie Nasenbluten oder Fremdkörpern. In der Praxis dominieren Sprechstunde, Hörtests, Mikroskopie, Endoskopie, Allergietests und ambulante Eingriffe; viele HNO-Ärzte operieren zusätzlich belegärztlich. Die Arbeit ist abwechslungsreich, technisch und patientennah, mit gut planbaren Zeiten in der Niederlassung. Tumorpatienten werden gemeinsam mit Onkologen und Strahlentherapeuten in Tumorkonferenzen besprochen.

  • Ohrmikroskopie, Hörtests und Gleichgewichtsdiagnostik durchführen
  • Endoskopische Nasennebenhöhlenoperationen und Septumplastiken
  • Mandel- und Polypenoperationen bei Kindern
  • Kopf-Hals-Tumoren diagnostizieren und operieren
  • Hörgeräte und Cochlea-Implantate indizieren
  • Allergien und Schlafapnoe diagnostizieren und behandeln
  • Du arbeitest gern mit Mikroskop, Endoskop und feinen Instrumenten.
  • Du magst die Mischung aus Sprechstunde und Operationssaal.
  • Du kannst mit Kindern ebenso umgehen wie mit älteren Tumorpatienten.
  • Du bleibst ruhig bei blutenden Notfällen im Rachen- und Nasenbereich.
  • Du hast Interesse an Technik wie Hörimplantaten und Navigation.

Vorteile

  • Konservative und operative Medizin in einem Fach, große Vielfalt.
  • Etablierte Praxisstrukturen mit guter Vergütung für Diagnostik und ambulante OPs.
  • Fünf Jahre Weiterbildung, kürzer als in vielen chirurgischen Fächern.

Herausforderungen

  • Weiterbildungsstellen sind beliebt und an Kliniken umkämpft.
  • Tumorchirurgie bedeutet lange Eingriffe und belastende Gespräche.
  • Dienste in der Klinik mit Notfällen wie Nasenbluten, Atemnot, Fremdkörpern.
  • Zusatz-Weiterbildung Plastische und Ästhetische Operationen
  • Zusatz-Weiterbildung Allergologie
  • Zusatz-Weiterbildung Schlafmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin

Mit der alternden Bevölkerung steigen Schwerhörigkeit, Schwindel und Kopf-Hals-Tumoren; HNO-Ärzte werden in Klinik und Praxis dauerhaft gebraucht. In vielen ländlichen Planungsbereichen gibt es freie Kassensitze, während Städte gesättigt sind. Technisch verändern Cochlea-Implantate, navigierte Nebenhöhlenchirurgie, Roboter im Rachenraum und KI-gestützte Hördiagnostik das Fach. Ambulantisierung verlagert weitere Eingriffe in Praxen und OP-Zentren, was die Niederlassung für operativ tätige HNO-Ärzte wirtschaftlich attraktiv macht.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum HNO-Arzt?

Die Weiterbildung dauert 60 Monate nach dem Studium. Da Operationszahlen erreicht werden müssen, brauchen viele in der Praxis fünfeinhalb bis sechs Jahre bis zur Facharztprüfung.

Ist HNO ein beliebtes Fach, und wie hoch ist die Konkurrenz?

Ja, das Fach ist wegen der Mischung aus Praxis und OP beliebt, Weiterbildungsstellen an Unikliniken sind entsprechend umkämpft. Famulaturen, ein PJ-Tertial und Interesse an Forschung verbessern die Chancen deutlich.

Wie ist die Work-Life-Balance als HNO-Arzt?

In der Klinik gibt es Dienste, in der Niederlassung sind die Zeiten gut planbar und Teilzeit ist üblich. Viele HNO-Ärzte kombinieren Praxis mit belegärztlichen OP-Tagen.

Wie werde ich HNO-Arzt ohne Wartesemester?

Neben dem deutschen Studium führt der Weg auch über ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt, du erhältst die deutsche Approbation und startest dann in die HNO-Weiterbildung.

HNO-Ärzte verdienen in der Klinik nach Tarif; die Niederlassung mit Hördiagnostik, Allergologie und ambulanten Operationen gehört zu den ertragsstarken Fachgebieten.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TdL): ca. 65.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 108.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt / leitender Arzt: ca. 162.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung in HNO-Praxis: Reinertrag je Inhaber ca. 200.000 bis 260.000 € brutto/Jahr, mit belegärztlichen Operationen höher
  • 60 Monate Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an einer befugten Weiterbildungsstätte, davon bis zu 12 Monate in anderen Gebieten wie Anästhesiologie, MKG-Chirurgie, Kinder- und Jugendmedizin oder Neurochirurgie anrechenbar
  • Bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich möglich, sodass ein Teil der Weiterbildung in der Praxis stattfinden kann
  • Inhalte: Audiologie, Vestibulardiagnostik, Endoskopie, Allergologie, Schlafmedizin, Kopf-Hals-Onkologie, plastisch-rekonstruktive Eingriffe
  • Richtzahlen z. B. für Ohroperationen, Nasen- und Nebenhöhleneingriffe, Tonsillektomien, Tracheotomien und Halseingriffe als Operateur
  • Nachweis über eLogbuch und bestätigte Operationskataloge

Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer zu konservativen und operativen HNO-Fällen.