Ein Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie behandelt Krebserkrankungen und Erkrankungen des Blutes. Dazu gehören Leukämien, Lymphome und das Multiple Myelom ebenso wie solide Tumoren von Lunge, Darm, Brust oder Prostata, außerdem Anämien und Gerinnungsstörungen. Er plant Chemo-, Immun- und zielgerichtete Therapien, betreut Stammzelltransplantationen und begleitet Patienten oft über Jahre, von der Diagnose bis zur Heilung oder bis in die Palliativphase.
In der Klinik arbeitest du auf onkologischen Stationen, in der Tagesklinik und auf Transplantationseinheiten, mit Bereitschaftsdiensten für Patienten mit Fieber in Neutropenie oder Tumorkomplikationen. Tumorkonferenzen mit Chirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen gehören mehrmals pro Woche dazu. In der onkologischen Schwerpunktpraxis führst du ambulante Therapien durch und arbeitest eng mit Pflegekräften, Psychoonkologen und Palliativteams zusammen.
Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, und mit dem Altern der Bevölkerung steigen die Neuerkrankungen weiter. Gleichzeitig wandeln sich viele Tumorerkrankungen durch neue Therapien in chronische Verläufe, was mehr Langzeitbetreuung bedeutet. Onkologische Schwerpunktpraxen suchen Nachfolger, Kliniken bauen Tageskliniken aus. KI unterstützt bei molekularer Diagnostik und Studienauswahl, die Therapieentscheidung im Tumorboard bleibt ärztlich. Zusätzlich bietet die Pharmaindustrie gut bezahlte Positionen für erfahrene Onkologen.
Insgesamt 72 Monate: drei Jahre Innere Medizin als Basis und drei Jahre im Schwerpunkt. Viele Ärzte hängen noch eine Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin an.
Die Dienste sind internistisch üblich, hinzu kommt die emotionale Belastung durch schwere Verläufe. Viele Onkologen empfinden die langen Beziehungen zu Patienten aber gerade als sinnstiftend.
Ja, onkologische Schwerpunktpraxen mit ambulanter Systemtherapie sind etabliert und wirtschaftlich stark. Der Einstieg erfolgt meist als Partner in einer bestehenden Gemeinschaftspraxis oder über ein MVZ.
Der Weg führt über ein Medizinstudium, das auch NC-frei im EU-Ausland möglich ist; der Abschluss wird EU-weit anerkannt und führt zur Approbation in Deutschland. Anschließend beginnst du die internistische Weiterbildung und spezialisierst dich auf Hämatologie und Onkologie.
Hämatologen und Onkologen liegen im Gehalt über dem internistischen Durchschnitt, in der Schwerpunktpraxis gehören sie zu den bestverdienenden Fachgruppen. Alle Angaben sind Bruttojahreswerte.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer; geprüft werden hämatologisch-onkologische Fälle und internistisches Grundwissen.