Ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe betreut Frauen in allen Lebensphasen: Vorsorge, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt, Kinderwunsch, Wechseljahre sowie gut- und bösartige Erkrankungen von Brust, Gebärmutter und Eierstöcken. Das Spektrum reicht von der Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft über Kaiserschnitte bis zur Krebsoperation. Kaum ein Fach verbindet so viel Beratung mit so viel Operieren, und kaum eines begleitet Patientinnen über so viele Jahre.
In der Klinik wechselst du zwischen Kreißsaal, OP, Station und Ambulanz. Geburten halten sich nicht an Dienstpläne, daher sind Nacht- und Wochenenddienste fester Bestandteil. Die Zusammenarbeit mit Hebammen, Anästhesie und Neonatologie ist eng. In der Praxis stehen Vorsorge, Schwangerenbetreuung, Hormonberatung und kleine Eingriffe im Mittelpunkt, mit planbaren Sprechzeiten; die Geburtshilfe bleibt der Klinik vorbehalten.
Die Frauenheilkunde bleibt ein Fach mit hoher Nachfrage: Viele niedergelassene Gynäkologen erreichen das Rentenalter, während Praxissitze bedarfsgeplant und begehrt sind. In der Geburtshilfe konzentrieren sich Kliniken auf größere Zentren, was den Bedarf an Perinatalmedizinern erhöht. Digital verändern sich Ultraschallbefundung, Brustkrebs-Screening mit KI-Unterstützung und Telemedizin in der Schwangerenbetreuung. Auch Kinderwunschzentren und die gynäkologische Onkologie bieten gut bezahlte Spezialkarrieren, und Frauengesundheit gewinnt gesellschaftlich weiter an Aufmerksamkeit.
Mindestens fünf Jahre in Vollzeit. Für einen Schwerpunkt wie Gynäkologische Onkologie kommen weitere Jahre hinzu.
Die Frauenheilkunde ist beliebt, Weiterbildungsstellen sind an fast jedem Krankenhaus mit Geburtshilfe vorhanden. Enger wird es bei Praxissitzen in Großstädten, die der Bedarfsplanung unterliegen.
Ja, das ist der häufigste Karriereweg. In der Praxis entfällt die Geburtshilfe, dafür sind Arbeitszeiten planbar und der Reinertrag solide.
Voraussetzung ist ein Medizinstudium mit Approbation, das auch NC-frei im EU-Ausland absolviert werden kann; der Abschluss wird EU-weit anerkannt. Danach bewirbst du dich auf eine Weiterbildungsstelle in Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
Gynäkologen verdienen in der Klinik nach Tarif mit spürbaren Dienstzuschlägen, in der Praxis liegt der Reinertrag im soliden Mittelfeld. Alle Angaben sind Bruttojahreswerte.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer über geburtshilfliche und gynäkologische Fallbeispiele.