Als Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie behandelst du Erkrankungen von Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. Zu deinen Patienten gehören Menschen mit Refluxbeschwerden, Reizdarm, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Leberzirrhose, Hepatitis oder Tumoren des Verdauungstrakts. Dein zentrales Werkzeug ist das Endoskop: Du schaust nicht nur hinein, du entfernst Polypen, stillst Blutungen und legst Stents. Dazu kommen Sonographie, Leberelastographie und Funktionsdiagnostik der Speiseröhre.
In der Klinik wechselst du zwischen Station, Funktionsabteilung und Notaufnahme. Blutungsnotfälle kommen zu jeder Tageszeit, deshalb gehören Rufdienste für die Endoskopie dazu. Du arbeitest eng mit Viszeralchirurgen, Onkologen und Radiologen im Tumorboard zusammen. In der Praxis oder im MVZ dominieren Vorsorgekoloskopien, Sonographie und die Betreuung chronischer Darm- und Lebererkrankungen, meist ohne Nachtdienste.
Die Nachfrage steigt: Darmkrebsvorsorge ab 50, Fettlebererkrankungen als Volkskrankheit und immer mehr ältere Patienten mit Mehrfacherkrankungen sichern volle Endoskopiepläne. Gleichzeitig verlagern sich Eingriffe in den ambulanten Bereich, was Praxen und MVZ stärkt. KI-Systeme zur Polypenerkennung sind bereits im Einsatz und verbessern die Trefferquote, ersetzen aber nicht den Untersucher. Wer interventionell gut ausgebildet ist, hat in Kliniken wie in der Niederlassung sehr gute Karten.
Sechs Jahre in Vollzeit: drei Jahre Basis Innere Medizin und drei Jahre Gastroenterologie. Wer schon Facharzt für Innere Medizin ist, kann die Schwerpunktzeit teilweise anrechnen lassen. Mit Studium bist du etwa zwölf Jahre nach dem Abitur fertig.
Ja, gastroenterologische Praxen und MVZ mit eigener Endoskopie sind verbreitet und gehören zu den ertragsstarken Niederlassungsformen. Die Geräteinvestitionen sind hoch, deshalb sind Gemeinschaftspraxen üblich. In Ballungsräumen sind Sitze begrenzt, im Umland oft frei.
Die Basisweiterbildung Innere Medizin ist leicht zu bekommen, die Schwerpunktstelle in der Gastroenterologie an großen Zentren dagegen begehrt. Wer früh Endoskopie-Interesse zeigt und intern rotiert, hat gute Chancen. Auch mit einem NC-freien Medizinstudium im EU-Ausland und deutscher Approbation stehst du bei der Stellensuche gleich da wie jeder andere.
In der Klinik gehören Endoskopie-Rufdienste dazu, die nachts unplanbar sind. In der Praxis arbeitest du mit festen Zeiten und ohne Nachtdienste. Viele Gastroenterologen wechseln deshalb nach einigen Oberarztjahren in die Niederlassung.
Gastroenterologen verdienen in der Klinik leicht über dem internistischen Durchschnitt, in der Praxis mit Endoskopie deutlich mehr.
Die Prüfung vor der Landesärztekammer umfasst Innere Medizin und Gastroenterologie gemeinsam. Typisch sind Fallbesprechungen zu Blutungen, Leberzirrhose, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Tumoren.