Ein Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie behandelt Störungen des Hormonsystems und des Stoffwechsels. Den größten Anteil machen Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 aus, dazu kommen Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow, Osteoporose, Erkrankungen der Nebenniere und der Hypophyse sowie seltene Hormonstörungen, etwa das Cushing-Syndrom. Viele dieser Krankheiten sind chronisch, du begleitest deine Patienten deshalb oft über Jahre.
Der Alltag ist stark ambulant geprägt: In der Klinik betreust du Stoffwechselpatienten auf Station und in der Hochschulambulanz, in der Schwerpunktpraxis stehen Sprechstunde, Sonographie der Schilddrüse, Funktionstests und Diabetesschulungen im Mittelpunkt. Du arbeitest eng mit Diabetesberatern, Podologen und Laborteams zusammen. Nachtdienste fallen in der Klinik im Rahmen der Inneren Medizin an, in der Praxis sind die Arbeitszeiten gut planbar.
Mit über acht Millionen Diabetikern in Deutschland und steigender Tendenz durch Übergewicht und Alterung wächst der Bedarf an Endokrinologen deutlich, während es bundesweit nur wenige hundert niedergelassene Fachärzte gibt. Viele Regionen haben keine Schwerpunktpraxis. Digitale Werkzeuge wie kontinuierliche Glukosemessung, Telemonitoring und automatisierte Insulinabgabe verändern die Therapie und machen Fernbetreuung möglich. Wer sich niederlässt oder eine Praxis übernimmt, findet volle Wartezimmer und sichere Einnahmen aus DMP-Programmen.
Die Weiterbildung dauert mindestens sechs Jahre: drei Jahre Basis Innere Medizin und drei Jahre Endokrinologie und Diabetologie. Mit dem Medizinstudium von rund sechs Jahren bist du also etwa zwölf Jahre bis zum Facharzttitel unterwegs.
Weiterbildungsstellen gibt es vor allem an Unikliniken und großen Häusern, weil nur dort die volle Befugnis liegt. Die Konkurrenz ist moderat, da viele Absolventen andere internistische Schwerpunkte wählen. Ein Einstieg über die Innere Medizin ist meist unkompliziert.
Ja, und die Chancen sind gut. Diabetes-Schwerpunktpraxen werden in vielen Regionen gesucht, und die Vergütung über Chroniker- und DMP-Pauschalen ist verlässlich. Praxisübernahmen sind häufig möglich, weil viele Inhaber in den Ruhestand gehen.
Der Facharztweg beginnt mit dem Medizinstudium, das auch NC-frei an Universitäten im EU-Ausland möglich ist. Der Abschluss wird in Deutschland anerkannt, du erhältst die Approbation und kannst die Weiterbildung hier antreten. Über die Medizinerschmiede findest du passende Studienplätze an 25+ Partneruniversitäten.
Als internistisches Fach orientiert sich das Gehalt an den Tarifverträgen der Kliniken; in der Niederlassung ist die Diabetes-Schwerpunktpraxis wirtschaftlich attraktiv.
Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor einem Ausschuss der Landesärztekammer, das erst nach Anerkennung aller Weiterbildungszeiten und Richtzahlen möglich ist.