Ein Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie behandelt Störungen des Hormonsystems und des Stoffwechsels. Den größten Anteil machen Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 aus, dazu kommen Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow, Osteoporose, Erkrankungen der Nebenniere und der Hypophyse sowie seltene Hormonstörungen, etwa das Cushing-Syndrom. Viele dieser Krankheiten sind chronisch, du begleitest deine Patienten deshalb oft über Jahre.

Der Alltag ist stark ambulant geprägt: In der Klinik betreust du Stoffwechselpatienten auf Station und in der Hochschulambulanz, in der Schwerpunktpraxis stehen Sprechstunde, Sonographie der Schilddrüse, Funktionstests und Diabetesschulungen im Mittelpunkt. Du arbeitest eng mit Diabetesberatern, Podologen und Laborteams zusammen. Nachtdienste fallen in der Klinik im Rahmen der Inneren Medizin an, in der Praxis sind die Arbeitszeiten gut planbar.

  • Diabetes-Therapie einstellen, inklusive Insulinpumpen und Sensoren
  • Schilddrüsen-Sonographie und Feinnadelpunktion durchführen
  • Hormonfunktionstests planen und auswerten
  • Osteoporose diagnostizieren und behandeln
  • Diabetisches Fußsyndrom in der Fußambulanz versorgen
  • Patientenschulungen und DMP-Dokumentation leiten
  • Du denkst gern in Regelkreisen und magst komplexe Laborwerte.
  • Du hast Geduld für chronisch kranke Patienten und lange Behandlungsverläufe.
  • Du erklärst gut und motivierst Menschen, ihren Lebensstil zu ändern.
  • Du bevorzugst Gespräch und Diagnostik gegenüber operativem Arbeiten.
  • Du legst Wert auf planbare Arbeitszeiten ohne ständige Notfälle.

Vorteile

  • Sehr gute Niederlassungschancen, Diabetes-Schwerpunktpraxen sind wirtschaftlich stabil
  • Wenig Nachtdienste nach der Facharztprüfung, vor allem in der Praxis
  • Intellektuell anspruchsvolle Diagnostik mit langfristiger Patientenbindung

Herausforderungen

  • Sechs Jahre Weiterbildung inklusive kompletter Basis Innere Medizin mit Diensten
  • Hoher Dokumentationsaufwand durch DMP-Programme und Chronikerversorgung
  • Verdienst in der Klinik liegt unter dem interventioneller Fächer wie Kardiologie
  • Zusatz-Weiterbildung Ernährungsmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Andrologie
  • Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Sexualmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin

Mit über acht Millionen Diabetikern in Deutschland und steigender Tendenz durch Übergewicht und Alterung wächst der Bedarf an Endokrinologen deutlich, während es bundesweit nur wenige hundert niedergelassene Fachärzte gibt. Viele Regionen haben keine Schwerpunktpraxis. Digitale Werkzeuge wie kontinuierliche Glukosemessung, Telemonitoring und automatisierte Insulinabgabe verändern die Therapie und machen Fernbetreuung möglich. Wer sich niederlässt oder eine Praxis übernimmt, findet volle Wartezimmer und sichere Einnahmen aus DMP-Programmen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Endokrinologen?

Die Weiterbildung dauert mindestens sechs Jahre: drei Jahre Basis Innere Medizin und drei Jahre Endokrinologie und Diabetologie. Mit dem Medizinstudium von rund sechs Jahren bist du also etwa zwölf Jahre bis zum Facharzttitel unterwegs.

Ist Endokrinologie schwer zu bekommen?

Weiterbildungsstellen gibt es vor allem an Unikliniken und großen Häusern, weil nur dort die volle Befugnis liegt. Die Konkurrenz ist moderat, da viele Absolventen andere internistische Schwerpunkte wählen. Ein Einstieg über die Innere Medizin ist meist unkompliziert.

Kann ich mich als Endokrinologe niederlassen?

Ja, und die Chancen sind gut. Diabetes-Schwerpunktpraxen werden in vielen Regionen gesucht, und die Vergütung über Chroniker- und DMP-Pauschalen ist verlässlich. Praxisübernahmen sind häufig möglich, weil viele Inhaber in den Ruhestand gehen.

Wie werde ich Endokrinologe, wenn mein Abi-Schnitt nicht reicht?

Der Facharztweg beginnt mit dem Medizinstudium, das auch NC-frei an Universitäten im EU-Ausland möglich ist. Der Abschluss wird in Deutschland anerkannt, du erhältst die Approbation und kannst die Weiterbildung hier antreten. Über die Medizinerschmiede findest du passende Studienplätze an 25+ Partneruniversitäten.

Als internistisches Fach orientiert sich das Gehalt an den Tarifverträgen der Kliniken; in der Niederlassung ist die Diabetes-Schwerpunktpraxis wirtschaftlich attraktiv.

  • Assistenzarzt in der Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TV-Ärzte TdL): ca. 66.000 € brutto/Jahr, mit Diensten mehr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 105.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt oder leitender Arzt: ca. 152.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung in der Schwerpunktpraxis: Reinertrag je Inhaber ca. 220.000 bis 300.000 € brutto/Jahr
  • 72 Monate Weiterbildung, davon 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin mit mindestens 6 Monaten Intensivmedizin
  • 36 Monate in Endokrinologie und Diabetologie, ein Teil davon kann ambulant in einer Schwerpunktpraxis erfolgen
  • Richtzahlen im eLogbuch unter anderem für Schilddrüsen-Sonographien, Feinnadelpunktionen, Hormonfunktionstests und Insulinpumpentherapien
  • Betreuung von Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes einschließlich Schulung und Fußambulanz
  • Dokumentation aller Inhalte im eLogbuch der Ärztekammer, regelmäßige Weiterbildungsgespräche

Die Facharztprüfung ist ein mündliches Fachgespräch vor einem Ausschuss der Landesärztekammer, das erst nach Anerkennung aller Weiterbildungszeiten und Richtzahlen möglich ist.