Ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten behandelt Erkrankungen der Haut, der Haare, der Nägel und der Schleimhäute sowie sexuell übertragbare Infektionen. Typische Patienten haben Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne, Allergien, chronische Wunden oder Hauttumoren wie Basaliom und Melanom. Die Hautkrebsvorsorge mit dem Dermatoskop, Allergietests und die operative Entfernung von Hautveränderungen sind Kernaufgaben. Immer wichtiger wird die ästhetische Dermatologie mit Laser, Botulinumtoxin und Fillern.

In der Klinik betreust du stationäre Patienten mit schweren Ekzemen, Autoimmunerkrankungen oder Hautkrebs, führst Tumoroperationen durch und arbeitest mit Onkologen und Pathologen zusammen. Nachtdienste sind selten und ruhig. In der Praxis erwartet dich ein hoher Patientendurchlauf mit kurzen, gut planbaren Terminen, kleinen Eingriffen und einem großen Anteil an Selbstzahlerleistungen; Nachtarbeit gibt es hier nicht.

  • Hautkrebsvorsorge mit Auflichtmikroskopie durchführen
  • Hauttumoren operativ entfernen und Wunden verschließen
  • Allergietests und Hyposensibilisierung anleiten
  • Systemtherapien bei Psoriasis und Neurodermitis einstellen
  • Sexuell übertragbare Infektionen diagnostizieren und behandeln
  • Laser- und ästhetische Behandlungen anbieten
  • Du hast ein geschultes Auge und erkennst Muster auf den ersten Blick.
  • Du magst kleine, präzise Eingriffe mit Skalpell und Laser.
  • Du bist kommunikativ und kommst mit vielen kurzen Patientenkontakten am Tag zurecht.
  • Du hast Interesse an Immunologie, Allergologie und Onkologie.
  • Du legst Wert auf planbare Arbeitszeiten und unternehmerische Freiheit.

Vorteile

  • Beste Work-Life-Balance unter den operativ tätigen Fächern, kaum Nachtdienste
  • Sehr hohe Praxiserträge durch Selbstzahler und Ästhetik
  • Breites Spektrum von Onkologie über Allergologie bis Ästhetik

Herausforderungen

  • Weiterbildungsstellen sind rar und stark umkämpft
  • Hoher Patientendurchlauf mit knapp getakteten Terminen in der Praxis
  • Praxisübernahmen sind teuer, Kassensitze in Städten kaum frei
  • Zusatz-Weiterbildung Allergologie
  • Zusatz-Weiterbildung Phlebologie
  • Zusatz-Weiterbildung Dermatohistologie
  • Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
  • Zusatz-Weiterbildung Proktologie
  • Zusatz-Weiterbildung Andrologie

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland und die Fallzahlen steigen mit der Alterung weiter, gleichzeitig wächst der Markt für ästhetische Behandlungen jedes Jahr. Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Hautarzttermin zeigen, wie groß die Versorgungslücke ist. KI-gestützte Bildanalyse bei der Hautkrebserkennung und Teledermatologie per Foto sind bereits im Einsatz und helfen Praxen, mehr Patienten zu versorgen. Wer einen Kassensitz bekommt, hat eine der sichersten Niederlassungen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Hautarzt?

Fünf Jahre nach dem Medizinstudium, wobei bis zu zwei Jahre in einer Praxis absolviert werden können. Insgesamt bist du vom Studienbeginn bis zum Facharzttitel also rund elf Jahre unterwegs.

Wie schwer ist es, eine Weiterbildungsstelle in der Dermatologie zu bekommen?

Dermatologie zählt zu den am stärksten umkämpften Fächern, weil es nur wenige Hautkliniken gibt. Promotion, Famulaturen und ein PJ-Tertial in der Dermatologie sind fast Pflicht, um bei der Bewerbung aufzufallen.

Wie viel verdient ein niedergelassener Dermatologe?

Hautarztpraxen erzielen Reinerträge von rund 250.000 bis 350.000 € je Inhaber. Wer ästhetische Leistungen wie Laser oder Botulinumtoxin anbietet, kann deutlich darüber liegen, da diese privat bezahlt werden.

Kann ich Dermatologe werden, wenn ich in Deutschland keinen Studienplatz bekomme?

Ja. Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland führt zu einem in Deutschland anerkannten Abschluss und zur Approbation. Die dermatologische Weiterbildung beginnst du danach unter denselben Bedingungen wie Absolventen deutscher Universitäten.

In der Klinik verdienen Dermatologen tariflich durchschnittlich; der wirtschaftliche Sprung kommt mit der eigenen Praxis und ihrem hohen Selbstzahleranteil.

  • Assistenzarzt in der Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA bzw. TV-Ärzte TdL): ca. 66.000 € brutto/Jahr
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 110.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt oder leitender Arzt: ca. 168.000 € brutto/Jahr
  • Niederlassung in der Hautarztpraxis: Reinertrag je Inhaber ca. 250.000 bis 350.000 € brutto/Jahr, mit Ästhetikschwerpunkt deutlich mehr
  • 60 Monate Weiterbildung, davon bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich in einer Hautarztpraxis möglich
  • Inhalte: entzündliche Hauterkrankungen, Dermatoonkologie, Allergologie, Venerologie, Phlebologie, Dermatochirurgie und Lasertherapie
  • Richtzahlen im eLogbuch z. B. für dermatochirurgische Eingriffe, Allergietestungen, Dermatohistologie-Befunde und Ultraschalluntersuchungen
  • Nachweis der Betreuung stationärer Patienten mit schweren Dermatosen und Systemtherapien
  • Dokumentation aller Untersuchungen und Eingriffe im eLogbuch der Ärztekammer

Die Facharztprüfung findet als mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer statt, nachdem alle Weiterbildungszeiten und Richtzahlen anerkannt sind.