Ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten behandelt Erkrankungen der Haut, der Haare, der Nägel und der Schleimhäute sowie sexuell übertragbare Infektionen. Typische Patienten haben Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne, Allergien, chronische Wunden oder Hauttumoren wie Basaliom und Melanom. Die Hautkrebsvorsorge mit dem Dermatoskop, Allergietests und die operative Entfernung von Hautveränderungen sind Kernaufgaben. Immer wichtiger wird die ästhetische Dermatologie mit Laser, Botulinumtoxin und Fillern.
In der Klinik betreust du stationäre Patienten mit schweren Ekzemen, Autoimmunerkrankungen oder Hautkrebs, führst Tumoroperationen durch und arbeitest mit Onkologen und Pathologen zusammen. Nachtdienste sind selten und ruhig. In der Praxis erwartet dich ein hoher Patientendurchlauf mit kurzen, gut planbaren Terminen, kleinen Eingriffen und einem großen Anteil an Selbstzahlerleistungen; Nachtarbeit gibt es hier nicht.
Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland und die Fallzahlen steigen mit der Alterung weiter, gleichzeitig wächst der Markt für ästhetische Behandlungen jedes Jahr. Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Hautarzttermin zeigen, wie groß die Versorgungslücke ist. KI-gestützte Bildanalyse bei der Hautkrebserkennung und Teledermatologie per Foto sind bereits im Einsatz und helfen Praxen, mehr Patienten zu versorgen. Wer einen Kassensitz bekommt, hat eine der sichersten Niederlassungen.
Fünf Jahre nach dem Medizinstudium, wobei bis zu zwei Jahre in einer Praxis absolviert werden können. Insgesamt bist du vom Studienbeginn bis zum Facharzttitel also rund elf Jahre unterwegs.
Dermatologie zählt zu den am stärksten umkämpften Fächern, weil es nur wenige Hautkliniken gibt. Promotion, Famulaturen und ein PJ-Tertial in der Dermatologie sind fast Pflicht, um bei der Bewerbung aufzufallen.
Hautarztpraxen erzielen Reinerträge von rund 250.000 bis 350.000 € je Inhaber. Wer ästhetische Leistungen wie Laser oder Botulinumtoxin anbietet, kann deutlich darüber liegen, da diese privat bezahlt werden.
Ja. Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland führt zu einem in Deutschland anerkannten Abschluss und zur Approbation. Die dermatologische Weiterbildung beginnst du danach unter denselben Bedingungen wie Absolventen deutscher Universitäten.
In der Klinik verdienen Dermatologen tariflich durchschnittlich; der wirtschaftliche Sprung kommt mit der eigenen Praxis und ihrem hohen Selbstzahleranteil.
Die Facharztprüfung findet als mündliches Fachgespräch vor der Landesärztekammer statt, nachdem alle Weiterbildungszeiten und Richtzahlen anerkannt sind.