Als Facharzt für Augenheilkunde diagnostizierst und behandelst du alle Erkrankungen des Auges: grauen und grünen Star, Netzhauterkrankungen wie die Makuladegeneration, diabetische Augenschäden, Entzündungen, Fehlsichtigkeit und Schielen bei Kindern. Deine Patienten reichen vom Frühgeborenen mit Netzhautkontrolle bis zum 90-Jährigen mit Kataraktoperation. Das Fach vereint feine Diagnostik mit Mikrochirurgie am Auge, und du siehst viele systemische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck zuerst am Augenhintergrund.

In der Klinik wechselst du zwischen Ambulanz, OP und Station. Kataraktoperationen dauern nur Minuten und werden in hoher Zahl durchgeführt, Netzhaut- und Glaukomeingriffe sind aufwendiger. Dienste sind vergleichsweise ruhig, echte Notfälle wie Netzhautablösungen oder Verätzungen sind selten. In der Praxis dominieren Sprechstunde, Sehtests, Injektionen ins Auge und Laserbehandlungen, unterstützt von Optometristen und medizinischen Fachangestellten.

  • Spaltlampenuntersuchung und Augenhintergrund beurteilen
  • Kataraktoperationen mit Kunstlinsen-Implantation
  • Intravitreale Injektionen bei Makuladegeneration
  • Glaukom mit Tropfen, Laser oder OP behandeln
  • Sehschwäche bei Kindern erkennen und behandeln
  • Diabetische Netzhautveränderungen lasern
  • Du arbeitest gern fein und konzentriert unter dem Mikroskop.
  • Du magst hohe Patientenzahlen und schnelle, klare Befunde.
  • Du willst operieren, aber ohne nächtelange Notfalleingriffe.
  • Du bist technikaffin und magst bildgebende Verfahren wie OCT.
  • Du planst langfristig eine Niederlassung mit eigenem OP.

Vorteile

  • Planbare Arbeitszeiten und ruhige Dienste
  • Sehr gute Verdienstmöglichkeiten in Praxis und MVZ
  • Operieren mit schnellen, sichtbaren Erfolgen

Herausforderungen

  • Weiterbildungsstellen sind sehr begehrt
  • Hoher Patientendurchsatz und Kostendruck in der Kassenpraxis
  • Teure Geräteausstattung bei Niederlassung, Investoren drängen in den Markt
  • Notfallmedizin
  • Ärztliches Qualitätsmanagement
  • Sozialmedizin
  • Medizinische Informatik
  • Fachinterne Profilierung ohne eigene Zusatzbezeichnung: Netzhautchirurgie, refraktive Chirurgie, Kinderophthalmologie

Die Augenheilkunde wächst mit der Lebenserwartung: Katarakt, Makuladegeneration und Glaukom treffen vor allem Ältere, und die Zahl der Injektionen ins Auge hat sich in wenigen Jahren vervielfacht. Fachärzte sind in ländlichen Regionen knapp, Praxen finden schwer Nachfolger. KI-Systeme lesen bereits Netzhautbilder auf diabetische Veränderungen und werden die Vorsorge verändern, nicht aber die Operation. Investorengeführte MVZ-Ketten übernehmen viele Praxen, was Anstellung erleichtert und Niederlassung verändert.

Wie lange dauert die Weiterbildung Augenheilkunde?

Fünf Jahre nach dem Studium, in Vollzeit meist ohne Verzögerung. Wer eigenständig Katarakt operieren will, braucht oft noch ein bis zwei Jahre als Facharzt an einer operativen Abteilung. Etwa elf Jahre nach dem Abitur bist du Facharzt.

Wie schwer ist es, eine Weiterbildungsstelle zu bekommen?

Schwer. Augenheilkunde gehört zu den beliebtesten kleinen Fächern, Universitätskliniken haben lange Wartelisten. Famulaturen und PJ im Fach, eine Promotion und Bewerbungen an kleineren Häusern erhöhen die Chancen. Nach der Weiterbildung dreht sich das Bild: Fachärzte werden überall gesucht.

Geht das auch mit einem Medizinstudium im Ausland?

Ja. Ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland führt zu einem in der EU anerkannten Abschluss, mit dem du die deutsche Approbation erhältst. Für die Weiterbildungsstelle zählt danach dein Profil, nicht der Studienort.

Wie viel verdient ein Augenarzt?

Als Oberarzt rund 175.000 € brutto/Jahr, als Praxisinhaber mit operativem Angebot häufig mehr. Der Einstieg als angestellter Facharzt in einem MVZ liegt bei etwa 112.000 €. Wer in der Praxis Katarakte und Injektionen anbietet, hat die besten Ertragsaussichten.

Augenärzte verdienen in der Klinik durchschnittlich, in der operativen Niederlassung gehören sie zu den Spitzenverdienern.

  • Assistenzarzt in Weiterbildung (TV-Ärzte/VKA, TdL): ca. 68.000 € brutto/Jahr mit Diensten
  • Angestellter Facharzt in der Klinik: ca. 112.000 € brutto/Jahr
  • Oberarzt oder leitender Arzt: ca. 175.000 € brutto/Jahr
  • Augenarztpraxis: Reinertrag je Inhaber realistisch ca. 250.000 bis 350.000 € vor Steuern, operativ tätige Praxen deutlich darüber
  • 60 Monate nach MWBO 2018, davon können bis zu 12 Monate in anderen Gebieten wie Neurologie oder Innerer Medizin abgeleistet werden
  • Richtzahlen für Refraktionsbestimmungen, Spaltlampenuntersuchungen, Gesichtsfeldprüfungen und OCT-Befunde, jeweils mehrere hundert
  • Laserbehandlungen an Netzhaut und Vorderabschnitt sowie intravitreale Injektionen
  • Operative Eingriffe als Operateur, z. B. an Lidern, Bindehaut und Tränenwegen, dazu Assistenzen bei Katarakt- und Netzhautoperationen
  • Kinderophthalmologie und Strabologie, Dokumentation im eLogbuch

Die Prüfung vor der Landesärztekammer ist ein Fachgespräch mit Fallbeispielen wie akutem Glaukomanfall, Netzhautablösung oder Uveitis. Auch Bildbefunde von Fundus und OCT werden vorgelegt.