Ein Facharzt für Innere Medizin und Angiologie behandelt Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße. Typische Patienten sind Menschen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit), tiefer Venenthrombose, Lungenembolie, Aneurysmen, Raynaud-Syndrom, Vaskulitiden oder dem diabetischen Fuß. Herzstück der Diagnostik ist die farbkodierte Duplexsonographie, ergänzt durch Gehtests, Knöchel-Arm-Index, Kapillarmikroskopie und Angiographien. Therapeutisch reicht das Spektrum von Gerinnungshemmung und Gehtraining über Kompressionstherapie bis zur Katheterintervention mit Ballon und Stent.
In der Klinik arbeitest du auf einer Gefäßstation, im Ultraschall-Labor und im Katheterlabor, oft eng verzahnt mit Gefäßchirurgie und Radiologie in einem Gefäßzentrum. Dienste fallen an, sind aber meist internistisch übergreifend. In der Praxis bestimmen Sprechstunde, Duplexsonographie und Wundkontrollen den Tag, häufig in Kooperation mit Diabetologen und Gefäßchirurgen. Viele Angiologen schätzen die Mischung aus Diagnostik, Gespräch und Intervention.
Gefäßerkrankungen nehmen mit dem Alter zu, und die Bevölkerung wird älter: Diabetes, pAVK und Thrombosen sichern Angiologen dauerhaft hohe Nachfrage. Gleichzeitig ist das Fach klein, sodass Weiterbildungsstellen an Gefäßzentren und Niederlassungen in vielen Regionen offen sind. Neue Antikoagulanzien, KI-gestützte Ultraschallauswertung und minimalinvasive Katheterverfahren erweitern das Spektrum, ohne die Rolle des Angiologen als Gefäßdiagnostiker zu ersetzen. Wer die Duplexsonographie beherrscht, ist in Klinik und Praxis gefragt.
Nach dem Medizinstudium dauert die Weiterbildung 72 Monate: drei Jahre Innere Medizin als Basis und drei Jahre Angiologie. Mit Studium bist du also mindestens zwölf Jahre unterwegs.
Ja, angiologische Schwerpunktpraxen und Gefäßzentren mit Duplexsonographie sind gefragt. Viele Angiologen arbeiten in Kooperation mit Gefäßchirurgen oder in einem MVZ, teils auch mit hausärztlich-internistischem Anteil.
Für den internistischen Common Trunk gibt es viele Stellen. Für den Angiologie-Teil sind befugte Zentren seltener, meist große Kliniken und Unikliniken. Wer früh Ultraschallerfahrung sammelt, hat gute Karten.
Der Weg führt auch über ein NC-freies Medizinstudium im EU-Ausland. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt, du erhältst die deutsche Approbation und startest anschließend regulär in die Weiterbildung Innere Medizin und Angiologie.
Angiologen verdienen im Rahmen der Inneren Medizin; in der Klinik gelten die Tarifverträge, in der Praxis zahlen sich Ultraschall und Interventionen aus.
Die Facharztprüfung ist ein Fachgespräch vor der Landesärztekammer, in dem sowohl internistische Grundlagen als auch angiologische Fälle geprüft werden.