Die Angiologie ist die innere Medizin der Gefäße – Arterien, Venen und Lymphgefäße stehen im Mittelpunkt. Als Angiologe behandelst du Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK), Thrombosen, Varizen, Gefäßentzündungen und seltenen Gefäßerkrankungen wie dem Raynaud-Syndrom. Die enge Verbindung zur Inneren Medizin bleibt erhalten: Bluthochdruck, Diabetes, Lipidstörungen – all das sind die Grunderkrankungen, die Gefäße schädigen, und die du als Angiologe mitbehandelst. Es ist ein Fach für Menschen, die komplexe Zusammenhänge lieben und gleichzeitig handwerklich tätig sein wollen.
Der Angiologe untersucht, sonographiert und behandelt – häufig mit bildgebungsgestützten Interventionen wie Katheterlysen, Ballondilatationen oder Stentimplantationen. Interventionelle Angiologie und Radiologie überlappen sich, und wer beide Welten kennt, ist besonders gefragt. Du arbeitest an Kliniken, in angiologischen Spezialambulanzen oder in der Diabetologie – denn der diabetische Fuß ist eines der zentralen Krankheitsbilder des Faches. Die enge Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgen, Diabetologen und Radiologen macht die Angiologie zu einem Fach, das vom ständigen Dialog lebt.
Gefäßerkrankungen nehmen mit der alternden Bevölkerung massiv zu. Angiologisch spezialisierte Internisten sind rar — die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Bis 2030 fehlen 50.000 Ärzte deutschlandweit, und in der spezialisierten Inneren Medizin ist der Druck besonders spürbar.
Gefäßerkrankungen nehmen mit dem Alter der Bevölkerung weiter zu – pAVK, Thromboembolien und vaskulitäre Erkrankungen werden häufiger, nicht seltener. Gleichzeitig entwickeln sich interventionelle Techniken rasant weiter: medikamentenbeschichtete Ballons, bioresorbierbare Stents und AI-gestützte Bildgebung verändern, wie Gefäße behandelt werden. Die Telemedizin eröffnet Möglichkeiten für die Langzeitbetreuung von Risikopatienten. Angiologen mit starker interventioneller Kompetenz sind gefragt wie nie, und wer die Verbindung zur Präventionsmedizin hält, trägt zur Entlastung eines hochbelasteten Gesundheitssystems bei. Dieses Fach wächst.
Nein – Angiologie ist ein Schwerpunkt innerhalb der Inneren Medizin. Du erwirbst zunächst den Facharzt für Innere Medizin (6 Jahre) und kannst danach die Schwerpunktbezeichnung Angiologie erwerben. In manchen Weiterbildungsordnungen ist die Schwerpunktweiterbildung in die Facharztzeit integrierbar.
Ja – das ist sogar ein attraktiver Weg. Angiologische Schwerpunktpraxen und Diabetologisch-Angiologische Gemeinschaftspraxen haben gute Kassenarztzulassungen und oft wenig Konkurrenz in der Region. Die Nachfrage nach ambulanter Gefäßversorgung ist deutlich höher als das aktuelle Angebot.
Die interventionelle Angiologie wird während der Schwerpunktweiterbildung vermittelt, oft in enger Zusammenarbeit mit der interventionellen Radiologie. Zusätzliche Kurse (z. B. bei der DGA) sind sinnvoll, um die Lernkurve bei Kathetereingriffen zu verkürzen.
Angiologie ist ein anerkanntes Spezialgebiet der Inneren Medizin mit hohem Ansehen bei eingeweihten Patienten und Fachkollegen. Wer an peripherer arterieller Verschlusskrankheit leidet oder eine Thrombose überlebt, weiß genau, welche Rolle der Angiologe gespielt hat. In der breiten Öffentlichkeit ist das Fach weniger bekannt als Kardiologie oder Neurologie – dafür ist die Wertschätzung der direkt betroffenen Patientengruppe umso größer. Das Fach wächst und gewinnt durch den demografischen Wandel an Sichtbarkeit.
Als Assistenzarzt in der internistischen Weiterbildung verdienst du ca. 5.500 € brutto monatlich. Mit dem Facharzt Innere Medizin und Schwerpunkt Angiologie steigt das Gehalt auf rund 8.800 €. Oberarzt-Positionen in angiologischen Zentren liegen häufig bei 11.000–13.000 €. In einer gut laufenden angiologischen Praxis mit interventionellem Schwerpunkt sind deutlich höhere Einkommen erreichbar – insbesondere durch Privatpatientenabrechnung und gefäßchirurgisch-angiologische Kombileistungen.
Der Weg zur Schwerpunktbezeichnung Angiologie dauert insgesamt ca. 6 Jahre: