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Ratgeber

Zwangsexmatrikulation - Das Medizinstudium in Deutschland endgültig nicht bestanden: Alle Wege im Überblick sowie meine persönliche Sicht als Zahnarzt und Studienberater

Zwangsexmatrikulation - Das Medizinstudium in Deutschland endgültig nicht bestanden: Alle Wege im Überblick sowie meine persönliche Sicht als Zahnarzt und Studienberater

26.01.2026

10 Min. Lesezeit

Vielleicht findest du Dich hier wieder: Jahrelang gelernt, Prüfungen wiederholt, durchgehalten – und dann kommt der Bescheid: Endgültig nicht bestanden. Zwangsexmatrikulation. Der Traum vom Arztberuf in Deutschland scheint geplatzt. Ich kann das gut nachvollziehen, wie sich das anfühlt. Als Gründer von Medizinerschmiede.de spreche ich fast wöchentlich mit Studierenden in genau deiner Situation: Enttäuschung, Unsicherheit, oft sogar Verzweiflung. Aber aus Hunderten von Beratungen kann ich dir sagen: Das ist nicht das Ende. Jedes Jahr betreue ich Dutzende Medizinstudenten mit dieser Ausgangslage – heute sind viele bereits approbierte Ärzte.

Als Zahnarzt, der selbst im Ausland studiert hat und das Medizinstudium im Ausland zu seiner Berufung gemacht hat, kenne ich die Wege genau. Hier teile ich ehrlich und praxisnah alle Optionen – basierend auf aktuellen Regelungen (Stand 2026). Je früher du handelst, desto mehr Chancen hast du.

Was bedeutet „endgültig nicht bestanden“ eigentlich genau?

Wenn du eine relevante Prüfung – sei es in Anatomie, Biochemie, das Physikum oder ein Staatsexamen – dreimal nicht bestehst, verlierst du den Prüfungsanspruch. (Bei Zahnmedizin hast du in Deutschland teilweise sogar nur zwei Versuche.) Das führt zur Zwangsexmatrikulation: Du darfst Humanmedizin (oder entsprechend Zahnmedizin) bundesweit in Deutschland nicht mehr studieren, weder an deiner aktuellen Uni noch irgendwo anders. Diese Sperre gilt nach den Hochschulrahmengesetzen aller Bundesländer und ist ein Immatrikulationshindernis.

Aber: Sie betrifft nur Deutschland. Im EU-Ausland kannst du weiterstudieren, und ein abgeschlossener EU-Abschluss wird automatisch anerkannt (§ 3 Bundesärzteordnung in Verbindung mit der EU-Richtlinie). Eine Doppelimmatrikulation (Deutschland plus Ausland) ist grundsätzlich erlaubt, hängt aber in der Praxis von vielen Faktoren ab.

Besonders nach dem zweiten Fehlversuch ist der Moment ideal, um zu handeln. In meiner Beratungspraxis sehe ich oft, dass schwere Lebenssituationen – Depressionen, familiäre Belastungen oder Verluste – eine Rolle spielen. Hier wird leider häufig der Härtefallantrag übersehen – oder es fehlt die Kraft, in dieser schwierigen Situation zu handeln bzw. weiterzukämpfen. Der Härtefallantrag kann einen zusätzlichen Versuch ermöglichen – ein spezialisierter Anwalt kann prüfen, ob das in deinem Fall Sinn macht. Persönlichen Problemen mit einzelnen Professoren oder für dich individuell schwierigen Prüfungssituationen kannst du so allerdings nicht ausweichen. Die emotionale Belastung steigt häufig weiter – und der Druck erhöht sich.

Lösungen für Medizinstudenten mit Zwangsexmatrikulation - oder kurz davor: Von Kompromissen bis zum Königsweg

Jede Option für Medizinstudenten oder Studenten der Zahnmedizin, welche endgültig nicht bestanden haben und zwangsexmatrikuliert wurden, hat ihre Stärken und Schwächen. Welche am besten passt, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Ich sehe in den meisten Fällen einen klaren Favoriten, aber lass uns das Schritt für Schritt durchgehen.

Nachteilsausgleich bei Beeinträchtigungen wie ADHS oder Legasthenie

Viele scheitern nicht am Stoff selbst, sondern an den Prüfungsbedingungen: Zeitdruck bei Multiple-Choice-Tests, langes Schreiben oder Konzentrationsschwierigkeiten. Eine diagnostizierte ADHS oder Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, die auch unabhängig von reiner Rechtschreibung auftreten kann) gibt dir gesetzlichen Anspruch auf einen Nachteilsausgleich. Das kann eine verlängerte Bearbeitungszeit, ein separater ruhiger Raum, Pausen oder technische Hilfsmittel bedeuten – und das gilt auch für staatliche Prüfungen wie Physikum oder Staatsexamen. Der Antrag geht ans Prüfungsamt, idealerweise mit einem fachärztlichen Gutachten. In meiner Erfahrung wird dieses Potenzial viel zu selten ausgeschöpft, dabei reicht oft schon eine kleine Anpassung, um den Durchbruch zu schaffen. Vorteil: Du bleibst immatrikuliert und kämpfst in Deutschland weiter. Nachteil: Es ändert nichts am grundsätzlichen Systemdruck und hängt von der Anerkennung der Diagnose ab.

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Doppelimmatrikulation und einzelne Fächer im Ausland absolvieren

In Einzelfällen – abhängig vom Bundesland, deiner Uni und weiteren Faktoren – ist es über Medizinerschmiede.de möglich, parallel im Ausland eingeschrieben zu sein und schwierige Scheine dort zu machen, die dann beim Prüfungsamt in Deutschland angerechnet werden. Hier bieten wir einzelne Partner-Universitäten an, welche ein Online-Studium ermöglichen. Wir prüfen diese Möglichkeit gerne individuell für dich. Es ist jedoch keine Standardlösung - in einzelnen Bundesländern wurde dieser Weg bereits untersagt. 

Härtefallantrag oder Klage auf einen weiteren Versuch

Bei schweren, nachweisbaren Belastungen – wie gesundheitliche Probleme (z. B. Depressionen), Todesfälle in der Familie, Schwangerschaft oder Pflegeverpflichtungen – kannst du vor dem letzten Versuch einen Antrag auf einen zusätzlichen Prüfungsversuch stellen. Das ist hochschul- oder landesspezifisch geregelt und oft eine Ermessensentscheidung des Prüfungsausschusses. Du musst belegen, dass die Belastung kausal für den Fehlversuch verantwortlich war und sich die Situation bis zum nächsten Versuch bessern wird. Ein auf Hochschulrecht spezialisierter Anwalt hilft bei der Formulierung und kann bei Ablehnung klagen.

In der Praxis ist die Erfolgsquote jedoch niedrig: Die Hürden sind hoch, es gibt strenge Nachweispflichten, und viele Anträge scheitern. Selbst bei Erfolg entstehen oft Konflikte mit der Fakultät – der Druck wird eher größer. Besonders im Zahnmedizinstudium rate ich dringend davon ab: Die Semester sind klein, jeder kennt jeden, und die Universitätsmitarbeiter schützen sich als eingeschworene Gemeinschaft gegenseitig. Das einseitige Abhängigkeitsverhältnis belastet Betroffene häufig stark. Anders als früher sind die Universitäten heute rechtlich sehr gut aufgestellt, mit eigenen Rechtsabteilungen, die die Klagen erfolgreich abwehren. Ein gewonnener Prozess kann so zu langfristigen Problemen führen – der nächste Versuch wird unter Umständen besonders streng überwacht, und die Atmosphäre wird belastet. Mir liegen Berichte vor, bei denen Dekane und Vizedekane in den erstrittenen Prüfungsversuchen persönlich anwesend sind, um den Vorgang zu überwachen. Vorteil: Du bleibst komplett in Deutschland. Nachteil: Hoher emotionaler und finanzieller Aufwand, unsicheres Ergebnis, und es geht nur vor der endgültigen Exmatrikulation - und Fristen müssen eingehalten werden. 

Wechsel zu einem verwandten Fach in Deutschland / Quereinstieg

Biologie, Pharmazie, Psychologie oder Pflegewissenschaften – einige Leistungen werden oft angerechnet, ein Wechsel zwischen Human- und Zahnmedizin ist theoretisch möglich, aber bürokratisch schwierig - meist beginnt man im ersten Semester, kann aber einzelne Scheine mitnehmen. Vorteil: Du nutzt dein Wissen und bleibst in der Heimat. Nachteil: Kein Weg zur ärztlichen Approbation.

Einstieg in medizinnahe Berufe

Physician Assistant, Notfallsanitäter oder Pflegefachkraft bauen auf deinem Wissen auf und bieten schnelle Einstiege mit guten Gehältern (PA oft ab 3.500 € brutto). Vorteil: Rascher Berufseinstieg. Nachteil: Kompromiss, keine volle ärztliche Verantwortung, weniger Gehalt und Karrieremöglichkeiten, weniger berufliche Sicherheit, stark eingeschränkter wirtschaftlicher Lebensstandard.

Berufliche Neuorientierung

Medizintechnik, Pharmaindustrie oder Gesundheitsmanagement schätzen deinen Hintergrund. Vorteil: Neue Perspektiven, weniger Druck. Nachteil: Abschied vom Traum vom klassischen Arztberuf.

Der Königsweg: Kompletter Transfer ins EU-Ausland, Abschluss dort und Approbation in Deutschland oder auch in der Schweiz

Aus meiner langjährigen Erfahrung ist das für die allermeisten der absolute Königsweg – der direkteste, sicherste und oft auch psychisch entlastendste Pfad zur Approbation. Du wechselst vollständig an eine renommierte EU-Universität, schließt dein Studium dort ab (mit maximaler Anrechnung deiner bisherigen Leistungen) und beantragst anschließend die automatische Anerkennung in Deutschland – ohne Kenntnisprüfung.

Warum ist das so überlegen? Die Ausbildung im Ausland ist praxisnäher, der Druck geringer, die Erfolgsquoten höher, und du umgehst das starre deutsche System komplett. Viele denken, das sei teuer oder nur für Wenige machbar – das stimmt nicht: Bei uns starten seriöse Programme bereits ab ca. 1.750 € pro Semester. Wir vermitteln Plätze in Ländern wie Slowakei (Bratislava, Košice), Lettland (Riga), Bulgarien (Varna, Sofia), Bosnien oder Polen – und begleiten dich von A bis Z: Von der Einschreibung über die Anrechnung bis hin zum Approbationsantrag und Berufseinstieg in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Jährlich feiern Dutzende unserer Klienten genauso ihre Approbation. Es ist machbar, bewährt und gibt dir die Freiheit zurück, die das deutsche System dir genommen hat.

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Meine persönliche Einschätzung: Gib nicht auf – handle jetzt

Das deutsche System ist gnadenlos hart – hoher Druck, theoriebelastete Prüfungen, wenig Raum für individuelle Lebensumstände. Im Ausland habe ich selbst erlebt, wie entspannter und praxisorientierter es sein kann. Genau das macht den Unterschied. Dein Traum vom Arztberuf ist absolut machbar – und in den meisten Fällen führt der komplette Wechsel ins EU-Ausland am schnellsten und sichersten ans Ziel.

Wenn du dich wiedererkennst: Warte nicht länger. Buche eine kostenlose, unverbindliche Beratung auf medizinerschmiede.de. Wir hören dir zu, schauen uns deine Situation genau an und finden den besten Weg für dich – ohne Druck.

Was denkst du? Hast du Fragen oder bist du gerade in so einer Situation? Schreib es gerne in die Kommentare. Du schaffst das – ich glaube an dich!

Rechtlicher Hinweis: Die hier dargestellten Informationen sind allgemeiner Natur und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Redaktionelle Irrtümer vorbehalten. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. 

Über den Autor

Marcel Kloos

Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede

Mit der Vision, den Zugang zum Arztberuf zu demokratisieren, gründete Marcel Kloos bereits im Auslandsstudium die Medizinerschmiede. Seit der Gründung konnte die Medizinerschmiede über 300 Studienplätze vermitteln.Marcel, gebürtiger Stuttgarter (Ludwig-Uhland-Gymnasium Tübingen) begann sein Studium der Zahnmedizin 2015 in Sofia, Bulgarien und beendete dies mit dem erfolgreichen Abschluss des Staatsexamens 2021. Heute lebt und arbeitet Marcel Kloos in Bern, der Hauptstadt der Schweiz.

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