Wartesemester Zahnmedizin 2026: Warum Warten nichts mehr bringt und was stattdessen zählt
10.10.2026
Aktualisiert am 10. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze+
- Wartesemester zählen für Zahnmedizin seit dem Sommersemester 2020 nicht mehr, die Wartezeitquote wurde nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Dezember 2017 abgeschafft.
- Vor der Abschaffung brauchte man für Zahnmedizin rund 14 bis 16 Wartesemester.
- An ihre Stelle trat die Zusätzliche Eignungsquote mit zehn Prozent der Plätze, in der Ausbildung, Berufserfahrung und TMS zählen.
- Jedes Jahr Warten kostet bei einem Median-Gehalt von rund 6.100 € brutto etwa 73.000 € Einkommen.
- An den Partneruniversitäten im Ausland startet man ohne NC und ohne Wartezeit zum nächsten Semester.
Wartesemester Zahnmedizin abgeschafft
Bis 2019 vergab hochschulstart.de 20 Prozent der Zahnmedizinplätze nach Wartezeit. Zuletzt waren dafür 14 bis 16 Wartesemester nötig. Das Bundesverfassungsgericht sah darin am 19. Dezember 2017 einen Verstoß gegen die Chancengleichheit. Die Länder schlossen einen neuen Staatsvertrag, und seit dem Sommersemester 2020 gibt es keine Wartezeitquote mehr. Die zweijährige Übergangsphase ist längst vorbei.
| Quote | bis 2019 | seit 2020 |
|---|---|---|
| Abiturbestenquote | 20 % | 30 % |
| Wartezeitquote | 20 % | entfallen |
| Auswahlverfahren der Hochschulen | 60 % | 60 % |
| Zusätzliche Eignungsquote | gab es nicht | 10 % |
Was statt Wartesemestern zählt
An die Stelle der Wartezeit ist die Zusätzliche Eignungsquote getreten. Sie vergibt zehn Prozent der Plätze, ohne auf die Abiturnote zu schauen. Eine Ausbildung im Gesundheitswesen bringt dort Punkte, Berufserfahrung oder ein Freiwilligendienst ebenfalls. Am meisten bewegt aber das Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge. Auch im Auswahlverfahren der Hochschulen gleicht ein starker TMS an vielen Universitäten eine schwächere Note aus. Ein Jahr zwischen Abitur und Studium lohnt sich also nur, wenn du es für eines davon nutzt.
Rechnung: Warten gegen Starten
Unsere eigene Rechnung, als Schätzung: Ein angestellter Zahnarzt verdient in Deutschland im Median rund 6.100 € brutto im Monat. Jedes Jahr späterer Berufseinstieg kostet dich am Ende also etwa 73.000 € Bruttogehalt. Drei Jahre Warten und neue Versuche sind damit mehr wert als das gesamte Studium an jeder unserer Partneruniversitäten. Einstieg und Praxisgewinn stehen im Ratgeber Zahnarzt Gehalt 2026.
{{cta}}Ohne Wartezeit zum Zahnmedizinstudium
An den Partneruniversitäten der Medizinerschmiede gibt es weder NC noch Wartezeit. Je nach Standort beginnt das Semester im September, Oktober oder November. Ob und wo ein Start bei dir planbar ist, prüfen wir in der kostenlosen Beratung. Alle Standorte mit Kosten findest du unter Zahnmedizin im Ausland studieren. Deine Chancen an deutschen Universitäten zeigt der Chancen-Rechner.
Internationaler Blick: Wartezeit und Losverfahren anderswo
Eine Wartezeit als Zulassungsweg gab es kaum irgendwo außer in Deutschland. Die Niederlande verlosten Studienplätze in Medizin und Zahnmedizin bis 2017 nach gewichteter Note und stellten dann auf eine Auswahl durch die Universitäten um. Österreich nutzt seit 2006 einen Aufnahmetest, für Zahnmedizin den MedAT-Z, den man beliebig oft wiederholen darf. In der Deutschschweiz entscheidet der Eignungstest für das Medizinstudium, und den gibt es nur einmal pro Person. Britische Dental Schools wählen über UCAT, Schulnoten und ein Interview aus. Mit dem Ende der Wartezeitquote hat sich Deutschland diesen Ländern angenähert.
Dein Weg zum Studienplatz: Wir prüfen deinen Fall persönlich. In der kostenlosen Beratung sagen wir dir, an welcher unserer 25+ Partneruniversitäten du zum nächsten Semester Zahnmedizin studieren kannst. Kostenlose Beratung anfragen
Meinung des Autors
Ich kenne noch die Zeit, in der Bewerber sieben Jahre auf einen Zahnmedizinplatz gewartet haben. Diese Option gibt es nicht mehr, und das ist gut so.
Wer heute keine Einser-Note hat, sollte keine Jahre mit Hoffen verbringen. Ich habe 2015 in Sofia angefangen statt zu warten, und diese Entscheidung hat mir Jahre im Beruf geschenkt.
Zusammenfassung
- Wartesemester zählen für Zahnmedizin seit 2020 nicht mehr.
- An ihre Stelle trat die Zusätzliche Eignungsquote mit zehn Prozent der Plätze.
- TMS, Ausbildung und Berufserfahrung sind die einzigen Hebel neben der Abiturnote.
- Ohne Warten startest du an den Partneruniversitäten im Ausland zum nächsten Semester.
Häufige Fragen zu Wartesemestern in Zahnmedizin
Gibt es noch Wartesemester für Zahnmedizin?
Nein. Die Wartezeitquote gibt es seit dem Sommersemester 2020 nicht mehr, die Übergangsregeln sind ausgelaufen.
Wie viele Wartesemester brauchte man früher für Zahnmedizin?
Zuletzt rund 14 bis 16 Wartesemester, also sieben bis acht Jahre.
Was ersetzt die Wartezeitquote?
Die Zusätzliche Eignungsquote mit zehn Prozent der Plätze, in der Ausbildung, Berufserfahrung und TMS zählen.
Lohnt sich ein Jahr Warten für Zahnmedizin?
Nur wenn du das Jahr für den TMS, eine Ausbildung oder Berufserfahrung nutzt. Die Wartezeit selbst bringt keine Punkte.
Kann ich ohne Wartezeit Zahnmedizin studieren?
Ja, an den Partneruniversitäten im Ausland startest du ohne NC zum nächsten Semester.
Zählen meine alten Wartesemester noch irgendwo?
Nein, im Verfahren von hochschulstart.de spielen sie keine Rolle mehr.
Welche Ausbildung bringt am meisten für Zahnmedizin?
Eine Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte oder als Zahntechniker, weil sie fachlich am nächsten an der Zahnmedizin liegt.
Was mache ich in der Zeit bis zum Studienstart?
Eine Ausbildung als ZFA, ein Pflegepraktikum oder die TMS-Vorbereitung bringen dir in Deutschland Punkte. Im Ausland kannst du direkt zum nächsten Semester anfangen.
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze an 25+ Partneruniversitäten vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Mit 24 Jahren begann er selbst als Späteinsteiger sein Studium – NC-frei, im englischsprachigen Programm der Medizinischen Universität Sofia. Diese Erfahrung prägt bis heute die Beratung: realistische Einschätzung der Chancen, klare Wege und Begleitung durch die gesamte Bürokratie.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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