Medizin studieren in Belgien: ISAT, INAMI-Quota, Universitäten und Kosten
29.09.2026
Aktualisiert am 25. September 2026
Das Wichtigste in Kürze+
- Belgien hat zwei getrennte Systeme: Flandern wählt über den ISAT im Juni auf Niederländisch, die Wallonie über INAMI-Quoten auf Französisch.
- In Flandern sind die Medizinplätze auf rund 1.500 pro Jahr begrenzt; Niederländisch auf C1-Niveau ist Voraussetzung.
- Im frankophonen Teil kann sich jeder einschreiben, doch ohne INAMI-Nummer darf man später nicht als Arzt praktizieren.
- Die Studiengebühren für EU-Bürger liegen bei 840 bis 960 € pro Jahr; ein WG-Zimmer in Brüssel kostet 600 bis 1.000 € monatlich.
- Ein englischsprachiges Studium gibt es nicht; die Medizinerschmiede vermittelt keine Plätze in Belgien.
Zuletzt geprüft: September 2026
Flämisches Belgien: Der ISAT
Im niederländischsprachigen Teil Belgiens regelt der Interdisciplinaire Selectieproef voor Artsen en Tandartsen (ISAT) die Zulassung zum Medizinstudium. Der Test findet einmal jährlich im Juni statt und prüft:
- Naturwissenschaftliche Kompetenzen (Biologie, Chemie, Physik)
- Analytisches und wissenschaftliches Denken
- Sprachliche Kompetenzen (auf Niederländisch)
Die Platzzahl für flämische Medizinstudiengänge ist auf ca. 1.500 Plätze pro Jahr begrenzt. Das Studium läuft ausschließlich auf Niederländisch.
Flämische Medizinfakultäten
| Universität | Stadt | Gebühren/Jahr (EU) |
|---|---|---|
| KU Leuven – Faculteit Geneeskunde | Leuven | ca. 960 € |
| Universiteit Gent – Faculteit Geneeskunde | Gent | ca. 960 € |
| Universiteit Antwerpen – Geneeskunde | Antwerpen | ca. 960 € |
| Vrije Universiteit Brussel (VUB) – Geneeskunde | Brüssel | ca. 960 € |
| Universiteit Hasselt – Geneeskunde | Hasselt | ca. 960 € |
Frankophones Belgien: Offene Einschreibung und INAMI-Quota
Im französischsprachigen Teil Belgiens gibt es formal keine Eingangsvoraussetzung für das erste Studienjahr – alle Inhaber eines Sekundarschulabschlusses können sich einschreiben. Die eigentliche Selektionshürde liegt jedoch später: Nur eine begrenzte Anzahl INAMI-Nummern (Nationales Institut für Kranken- und Invalidenversicherung) wird pro Jahr vergeben, und ohne INAMI-Nummer kann man in Belgien nicht als Arzt praktizieren. Das Studium ist ausschließlich auf Französisch.
Frankophone Medizinfakultäten
| Universität | Stadt | Gebühren/Jahr (EU) |
|---|---|---|
| UCLouvain – Faculté de Médecine et Médecine dentaire | Brüssel / Louvain-la-Neuve | ca. 840 € |
| Université de Liège – Faculté de Médecine | Lüttich | ca. 840 € |
| Université Libre de Bruxelles (ULB) – Médecine | Brüssel | ca. 840 € |
| Université de Namur – Médecine | Namur | ca. 840 € |
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Bewerbung als EU-Ausländer
EU-Bürger können sich in Belgien bewerben, müssen aber beachten: Im flämischen Teil schreibt der ISAT de facto Niederländisch auf C1-Niveau vor. Im frankophonen Teil ist Französisch auf hohem Niveau erforderlich. Zusätzlich hat Belgien Quotenregelungen für Studienanfänger aus dem Ausland eingeführt – in Flandern gilt ein Limit für Studierende, die nicht belgische Staatsangehörige oder langjährige EU-Residenten sind.
Studiengebühren und Lebenshaltungskosten
Belgische Universitäten zählen für EU-Studierende zu den günstigsten Westeuropas: ca. 840–960 €/Jahr. Brüssel ist als Wohnort teuer: ein WG-Zimmer kostet 600–1.000 €/Monat. Leuven, Lüttich und Namur sind günstiger (400–650 €/Monat).
Belgien ist für mich eines der spannendsten Hochschulsysteme Europas – allein schon deshalb, weil zwei vollständig verschiedene Systeme im selben kleinen Land nebeneinander existieren. KU Leuven und UCLouvain sind international renommiert, und die niedrigen Studiengebühren machen Belgien auf dem Papier sehr attraktiv. Was ich im Beratungsalltag aber immer wieder erlebe: Bewerber unterschätzen die Sprachbarriere. Das Niederländisch für ein Medizinstudium in Flandern zu lernen ist eine ernsthafte, mehrjährige Aufgabe – genauso wie Französisch auf akademischem Niveau. Wer das bereit ist zu investieren, findet in Belgien sehr gute Bedingungen. Wer auf ein englischsprachiges Studium angewiesen ist, schaut besser in andere Länder.
Belgien hat zwei gut aufgestellte Medizinstudienlandschaften mit sehr niedrigen Studiengebühren und renommierten Universitäten. Für deutschsprachige Bewerber ohne Niederländisch oder Französisch ist der Weg jedoch kaum realisierbar. Wer eine NC-freie englischsprachige Alternative sucht, findet über die Medizinerschmiede Wege in andere europäische Länder.
Welche Sprache muss ich für Medizin in Belgien sprechen?
Das hängt von der Region ab: Im flämischen Teil ist Niederländisch Pflicht, im frankophonen Teil Französisch. Ein englischsprachiges Medizinstudium mit belgischer Approbation gibt es nicht.
Was ist der ISAT?
Der ISAT ist der Aufnahmetest für Medizin und Zahnmedizin im flämischen Teil Belgiens. Er findet einmal jährlich im Juni statt und prüft naturwissenschaftliche und analytische Kompetenzen. Ein gutes Ergebnis ist Voraussetzung für die Zulassung.
Was ist das INAMI-Kontingent?
Im frankophonen Belgien gibt es keinen Zulassungstest für das Grundstudium. Die Selektionshürde liegt später: Nur eine begrenzte Zahl INAMI-Nummern wird vergeben, die für die spätere ärztliche Berufsausübung nötig sind.
Können EU-Ausländer in Belgien Medizin studieren?
Grundsätzlich ja – aber Belgien hat Quotenregelungen für Studierende ohne belgische Residenz. Im flämischen Teil gilt eine Auslandsquote; im frankophonen Teil ist die INAMI-Zuteilung für belgische Staatsangehörige bevorzugt.
Wie teuer ist das Studium in Belgien?
Ca. 840–960 €/Jahr für EU-Studierende – damit gehört Belgien zu den günstigsten Standorten Westeuropas.
Vermittelt die Medizinerschmiede Studienplätze in Belgien?
Nein. Wer an einem NC-freien englischsprachigen Medizinstudium in Europa interessiert ist, findet über uns Wege in andere Länder.
Weiterführende Informationen
Weitere Ratgeber zum Thema
- Medizin studieren in den Niederlanden: Numerus Fixus, Universitäten und Kosten
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Begriffe erklärt
Was Studierende über die Medizinerschmiede sagen
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Über den Autor

Marcel Kloos
Eidgenössisch anerkannter Zahnarzt und Gründer der Medizinerschmiede
Marcel Kloos gründete die Medizinerschmiede bereits im Auslandsstudium, seither wurden über 500 Studienplätze an 25+ Partneruniversitäten vermittelt. Der gebürtige Stuttgarter studierte Zahnmedizin von 2015 bis 2021 in Sofia und ist eidgenössisch anerkannter Zahnarzt.
Mit 24 Jahren begann er selbst als Späteinsteiger sein Studium – NC-frei, im englischsprachigen Programm der Medizinischen Universität Sofia. Diese Erfahrung prägt bis heute die Beratung: realistische Einschätzung der Chancen, klare Wege und Begleitung durch die gesamte Bürokratie.
Heute lebt er in Bern und führt die Medizinerschmiede hauptberuflich als Inhaber.
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