Südeuropa

Medizin studieren in Italien

Italien ist das einzige EU-Land mit einem flächendeckenden englischsprachigen Medizinangebot an staatlichen Universitäten – zu Gebühren, die sich nach dem Einkommen der Eltern richten.

Kostenlose Beratung buchen
Überblick

Auf einen Blick

Die wichtigsten Eckdaten zum Medizinstudium in diesem Land.

Standorte

über 20 staatliche Standorte

Studiengebühren

1.000 bis 4.500 EUR pro Jahr (staatlich)

Lebenshaltungskosten

700 bis 1.100 EUR im Monat

Unterrichtssprache

Englisch, Italienisch

Studiendauer

6 Jahre, 360 ECTS

Aufnahmeverfahren

Zentraler Aufnahmetest (IMAT) für die englischsprachigen Studiengänge

Anerkennung

EU-weit automatisch

EU-Status

EU-Gründungsmitglied

Einführung

Warum deutsche Bewerber hier studieren

Italien ist EU-Gründungsmitglied, und das entscheidet für deutsche, österreichische und Schweizer Bewerber die wichtigste Frage vorab: Ein italienischer Abschluss in Human- oder Zahnmedizin gilt in der gesamten Europäischen Union und in der Schweiz ohne weitere Prüfung. Was Italien von Bulgarien, Ungarn oder Kroatien unterscheidet, ist die Zulassung. Es gibt keinen Numerus clausus nach Abiturnote, aber auch keinen offenen Zugang gegen Gebühren. Wer in Italien Medizin studieren will, muss einen zentralen Aufnahmetest bestehen und wird nach Rangliste auf die Standorte verteilt.

Die englischsprachigen Studiengänge

Seit 2009 bieten staatliche Universitäten in Italien ein vollständig englischsprachiges Medizinstudium an, das sogenannte Medicine and Surgery Programme. Zu den Standorten gehören Mailand (Università degli Studi und Bicocca), Pavia, Rom (La Sapienza und Tor Vergata), Bologna, Padua, Turin, Neapel, Bari, Messina, Siena, Parma, Bergamo, Cagliari und weitere. Die Zahl der Plätze pro Standort ist klein, meist zwischen 20 und 100, und ein Teil davon ist für Bewerber aus Nicht-EU-Staaten reserviert. EU-Bürger, also auch Deutsche und Österreicher, konkurrieren um das grössere Kontingent; Schweizer werden je nach Universität als EU-gleichgestellt oder als Nicht-EU behandelt, das sollte vor der Bewerbung geklärt werden.

Staatlich oder privat

Neben den staatlichen Universitäten gibt es private Medizinfakultäten mit eigenem Aufnahmeverfahren und eigenen Gebühren, etwa die Università Vita-Salute San Raffaele in Mailand, Humanitas University in Mailand und die Università Cattolica in Rom. Dort liegen die Gebühren bei 15.000 bis 20.000 EUR pro Jahr, dafür ist das Testverfahren unabhängig vom staatlichen Test und die Betreuung enger. Für Bewerber mit gutem Budget, die den staatlichen Test nicht bestehen, sind die privaten Universitäten der zweite Weg nach Italien.

Standorte

Alle Universitäten in diesem Land

Jede Universität mit Studiengängen, Gebühren und Unterrichtssprache – ein Klick führt zur ausführlichen Standortseite.

No items found.
Kosten

Was kostet das Medizinstudium hier?

Die Studiengebühren an staatlichen italienischen Universitäten richten sich nach dem Einkommen der Familie, gemessen über den ISEE-Wert. Wer den ISEE nachweist, zahlt je nach Einkommensstufe zwischen einigen hundert und rund 4.500 EUR pro Jahr. Ohne Nachweis wird der Höchstsatz fällig, der an den meisten Standorten zwischen 3.000 und 4.500 EUR liegt. Damit ist Italien das günstigste Land der EU für ein englischsprachiges Medizinstudium an einer staatlichen Universität. Die privaten Universitäten liegen bei 15.000 bis 20.000 EUR pro Jahr.

Die Lebenshaltungskosten sind der eigentliche Kostenfaktor. In Mailand, Rom und Bologna kostet ein WG-Zimmer 500 bis 800 EUR, in Pavia, Bari, Messina oder Cagliari deutlich weniger. Insgesamt sollten Studenten in Norditalien 900 bis 1.100 EUR im Monat einplanen, in Süditalien 700 bis 900 EUR. Wohnheimplätze über die regionalen Studentenwerke sind begrenzt und werden nach ISEE vergeben.

Rechnet man sechs Jahre an einer staatlichen Universität mit Höchstsatz und 900 EUR Lebenshaltung, liegen die Gesamtkosten bei rund 90.000 EUR. Das ist weniger als in Bulgarien oder Ungarn, weil die Gebühren kaum ins Gewicht fallen. Der Preis dafür ist der Aufnahmetest.

Bewerbung

Wie läuft die Bewerbung ab?

Welche Fakultät in diesem Land zu dir passt, prüfen wir individuell. Weltweit werden Ärztinnen und Ärzte dringend gebraucht, und für nahezu jedes Profil gibt es einen passenden Weg. In einer kostenlosen Beratung schauen wir uns dein Profil, dein Budget und deine persönlichen Wünsche an und sagen dir konkret, wo wir dich unterbringen können – planbar über unser Partnernetzwerk an medizinischen Fakultäten weltweit.

Anerkennung

Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?

Human- und Zahnmedizin fallen unter die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. Italien ist EU-Gründungsmitglied, die italienischen Abschlüsse Laurea Magistrale in Medicina e Chirurgia und Laurea Magistrale in Odontoiatria sind in Anhang V der Richtlinie gelistet. Die Anerkennung in Deutschland erfolgt deshalb automatisch, ohne Gleichwertigkeitsprüfung und ohne Kenntnisprüfung.

Eine Besonderheit ist die italienische Staatsprüfung. Um in Italien selbst als Arzt zu arbeiten, braucht es nach dem Abschluss die Abilitazione, die seit 2020 in das Studium integriert ist. Für die Anerkennung in Deutschland ist entscheidend, dass der Abschluss in Italien zur Berufsausübung berechtigt; das ist mit der integrierten Abilitazione der Fall. Wer vor 2020 abgeschlossen hat, sollte die Abilitazione nachweisen können.

Der weitere Weg in die Approbation ist derselbe wie bei jedem EU-Abschluss: Antrag bei der Landesbehörde des Bundeslandes, in dem gearbeitet werden soll, Nachweis von Deutschkenntnissen auf Niveau C1 und die Fachsprachenprüfung der jeweiligen Ärztekammer. Für die Schweiz läuft die Anerkennung über die Medizinalberufekommission, für Österreich über die Ärztekammer; in beiden Fällen ist die EU-Richtlinie die Grundlage, es gibt keine Nostrifizierung.

Vor Ort

Studium und Alltag vor Ort

Das Medizinstudium in Italien dauert sechs Jahre und umfasst 360 ECTS. Die ersten drei Jahre sind vorklinisch mit Anatomie, Histologie, Biochemie, Physiologie und Pathologie, ab dem vierten Jahr beginnen die klinischen Rotationen. Das italienische System ist prüfungslastig: Jedes Fach endet mit einer mündlichen Prüfung, oft vor einer Kommission, und Prüfungen können in mehreren Terminen pro Jahr abgelegt und bei Nichtbestehen wiederholt werden. Das gibt Flexibilität, verführt aber auch zum Aufschieben.

Die englischsprachigen Studiengänge sind international zusammengesetzt, in vielen Jahrgängen stammt weniger als die Hälfte aus Italien. Im klinischen Abschnitt wird Italienisch unverzichtbar, weil Patienten in den Universitätskliniken kein Englisch sprechen. Die Universitäten bieten Sprachkurse an, und wer im ersten Jahr nicht anfängt, bekommt im vierten Probleme.

Beim Wohnen gilt: In Mailand und Rom ist der Markt eng und teuer, in kleineren Universitätsstädten wie Pavia, Siena oder Parma ist das Studentenleben dichter und günstiger. Das Praktische Jahr kann nach Absprache mit der Universität teilweise im Ausland absolviert werden, Erasmus-Aufenthalte sind an allen staatlichen Standorten möglich.

FAQ

Häufige Fragen zum Medizinstudium in diesem Land

Braucht man für ein Medizinstudium in Italien einen NC?

Nein. Die Abiturnote spielt keine Rolle. Die Zulassung zu den englischsprachigen Studiengängen an staatlichen Universitäten erfolgt über einen zentralen Aufnahmetest, nach dessen Ergebnis eine nationale Rangliste gebildet wird. Die Zulassung zu den italienischsprachigen Studiengängen wurde 2025 auf ein Filtersemester umgestellt.

Wie schwer ist der Aufnahmetest?

Der Test prüft Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und logisches Denken auf Abiturniveau. Die Konkurrenz ist hoch, auf einen Platz kommen je nach Standort fünf bis zehn Bewerber. Wer sich drei bis vier Monate gezielt vorbereitet, hat realistische Chancen; wer unvorbereitet hingeht, fast keine.

Was kostet ein Studienjahr in Italien?

An staatlichen Universitäten zwischen einigen hundert und rund 4.500 EUR, abhängig vom Familieneinkommen. Private Universitäten verlangen 15.000 bis 20.000 EUR. Dazu kommen 700 bis 1.100 EUR Lebenshaltung im Monat.

Wird ein Medizinabschluss aus Italien in Deutschland anerkannt?

Ja, automatisch. Italien ist EU-Gründungsmitglied, der Abschluss fällt unter die Richtlinie 2005/36/EG. Es bleiben der Antrag auf Approbation, der Nachweis von Deutsch C1 und die Fachsprachenprüfung.

Kann man in Italien auf Deutsch Medizin studieren?

Nein. Die internationalen Studiengänge laufen auf Englisch, die regulären auf Italienisch. Ein deutschsprachiges Medizinstudium bieten Ungarn und Kroatien an.

Vermittelt die Medizinerschmiede nach Italien?

Die Plätze an staatlichen Universitäten werden ausschliesslich über den Aufnahmetest vergeben, eine Vermittlung ist dort nicht möglich. Wir beraten dich zur Testvorbereitung und zu privaten Alternativen in Italien und sagen dir ehrlich, ob ein Partnerstandort in Bulgarien, Bosnien oder Kroatien für dein Profil der sicherere Weg ist.

Porträtfoto von Ahmad, Medizinerschmiede-Kunde

Ahmad

Porträtfoto von Sabrina, Medizinerschmiede-Kundin

Sabrina

Porträtfoto von Rami, Medizinerschmiede-Kunde

Rami

Porträtfoto von Noah, Medizinerschmiede-Kunde

Noah

500+ vermittelte Studienplätze.
Jetzt bist du dran!

Keine Träumerei, keine leeren Versprechen. Nur ein klarer Plan – für deinen Start in das Medizinstudium.

Kostenlose Beratung vereinbaren
  • 40 Min, komplett unverbindlich